Südstaaten

Outer Banks – North Carolina

Nun sind wir bereits 14 Tage in den USA und die Temperaturen haben sich auch schlagartig geändert und das Thermometer steigt nicht mehr unter 30 °C. Da müssen wir uns auch erstmal wieder dran gewöhnen. Die Winterjacken haben wir erstmal für die nächsten Monate weit weggepackt.

Unser Plan war eigentlich an der Ostküste durch North Carolina, South Carolina und Georgia bis Florida zu fahren und dann westwärts nach New Orleans und den Mississippi nordwärts bis nach Memphis. Nun soll aber ein Tropensturm am 13./14.07.2019 bei New Orleans eintreffen und somit müssen wir mal abwarten, wie es sich in ein paar Tagen verhält. Wenn alles überschwemmt ist werden wir nochmals unsere Route überdenken.

Zurzeit sind wir auf den Outer Banks in North Carolina. Das ist so ähnlich wie die Florida Keys, eine Inselgruppe mit Brücken verbunden. Hier kann man jede Art von Wassersport betreiben und am Strand relaxen, allerdings sehr touristisch. Wir sind aber wegen dem Alligator River Wildlife Refuge hier, einem Sumpfgebiet, wo der nördlichste Punkt ist, an dem man den amerikanischen Alligator findet. Wir gehen also ins Visitor Center, fragen was man hier so alles machen kann. Die nette Dame erklärt uns das es nur wenige Alligatoren hier gibt und man sie nur mit dem Kanu in einem gewissen Gebiet entdecken könnte. Hmmmm…..das war dann wohl nix mit Alligatoren. Aber zu unserem Glück, gibt es hier was anderes Spannendes. Und zwar zählt North Carolina zu einem der am stärksten bewohnten Schwarzbären Gegenden. Es gibt wohl hier die Schwersten und Größten, da es viele Farmen gibt und die Bären somit leicht Futter bekommen. Also geht’s am nächsten Tag für uns in den Park und man darf selbst seine Runden mit dem Auto drehen und schauen was man alles so entdeckt (kostet nicht mal Eintritt). Es dauert ca. 15 min und ein Bär steht direkt vor unserer Nase und hüpft in den Sumpf nebenan und badet ein bisschen. Er lässt sich dabei von uns nicht stören. Voll knuffig. Obwohl die nette Dame vom Visitor Center meinte, wir würden die Bären nur mit Fernglas von weitem sehen, haben wir das Glück 4 Stück aus nächster Nähe zu sehen. Einer davon war nur 2m neben uns. 3 Stunden fahren wir vormittags herum und sehen insgesamt 10 Bären. Am Abend sind wir nochmal für 1h rein und wieder 7 Bären. Das haben wir in Kanada, das Land der Bären, nicht in 2 Monaten geschafft. Am nächsten Morgen schauen wir auf der Weiterfahrt nach Süden nochmals kurz in den Park und sehen nochmals 5 Bären zum Abschied. So cool….ein tolles Erlebnis. Was ganz kurios hier war, in diesem Wildlife Refuge ist ein Teil für Besucher komplett gesperrt, dass das Militär hier Übungen für Bombenangriffe per Flugzeug übt (mittels Lasertechnik). Das hört und sieht man auch sehr deutlich.

Plantagen – South Carolina

Unsere Reise führt uns weiter nach South Carolina, wo wir 2 Plantagen besucht haben in der Nähe von Charleston, eine schöne Hafenstadt mit einem noch schöneren Französischem Quartier mit richtig tollen alten Häusern.

Dier erste Plantage heißt Boone Hall Plantation in Mount Pleasant. Vielleicht erkennt es der ein oder andere wieder, denn hier wurde unter anderem 1980 die Fernsehserie Fackeln im Sturm mit Patrick Swayze gedreht. Berühmt ist dieser Ort mittlerweile durch seine einzigartige Eichen-Allee. Wohl die schönste in der ganzen Gegend. Es war früher eine typische Baumwollplantage und Indigo (daraus wurde die blaue Farbe für die Textilindustrie hergestellt) und Pecannüsse wurden ebenfalls angepflanzt. 1776 ist erstmals die Haltung von Sklaven belegt, was man hier auch mit einer Führung gut erklärt bekommt. Zur Besichtigung gehört das Haupthaus, die Mansion genannt, original erhaltene Sklavenhütten und eine Traktorfahrt über die ganze Plantage. Heutzutage wird alles Mögliche an Obst und Gemüse angebaut und man kann selbst ernten und dann an einem Stand bezahlen.

Die zweite Plantage heißt Magnolia Plantation and Garden und liegt direkt am Ashley River nicht weit von Charleston entfernt. Es ist eine von den ältesten Plantagen in South Carolina. Die ganze Anlage ist riesig. Man kann verschiedene Touren buchen oder das all inklusive Ticket nehmen und alles erkunden. Zum Beispiel kann man eine Bootsfahrt auf dem Ashley River machen, das Haupthaus von innen anschauen, eine Sklaventour machen, die Gärten bestaunen, eine Rundfahrt über die Farm machen oder die Sümpfe erkunden nach Alligatoren, Vögeln, Schildkröten, Spinnen und Schlangen. Alles in allem sollte man 6-7h einplanen. Diese Plantage ist mittlerweile in der 12. Generation der gleichen Familie im Besitz. Auch hier wurden Sklaven gehalten, die in separaten Hütten wohnten. Auf dieser Plantage wurde Reis angebaut, was hier das weiße Gold Carolina`s genannt wird.

Es waren zwei sehr interessante Tage. Uns hat die Boone Hall Plantation am besten gefallen, weil es noch in Betrieb ist und authentisch wirkt. Die Magnolia Plantation dagegen ist ein riesiger Garten, aber auch mit vielen wilden Tieren und wunderschöner Natur. Beides zu empfehlen.

Savannah Wildlife Refuge – Georgia

Kurz bevor wir die Atlantikküste verlassen, besuchen wir noch das Wildlife Refuge in Savannah. Dort kann man auch wieder mit dem eigenen Auto ganz gemütlich durch die Landschaft fahren und stoppen wo man will und Tiere beobachten. Es gibt diverse Wanderwege und man darf überall aussteigen. Also los geht’s. Wir sind früh dran, denn so hat man die besten Chancen Alligatoren in den Sümpfen oder den schönen Seerosenbedeckten Flüssen zu sichten. Wir haben Glück und sehen einige umherschwimmen. Zudem gibt es schöne Vögel, Schildkröten und jede Menge Natur pur. Dann kommen wir an ein Schild mit der Aufschrift: Photo Spot. Na dann lass uns doch mal schauen was es da zu sehen gibt. Wir steigen aus, schnallen uns die Turnschuhe an und laufen in Richtung Wanderweg. Es dauert keine Minute und wir sitzen wieder im Auto. Wir wurden in Sekunden von hunderten von Moskitos attackiert. Also das war wohl dann nix. Lach!

Hier in Georgia fällt sofort auf das alles rundherum viel weitläufiger ist und dünn besiedelter als direkt an der Küste. Es gibt viele Farmen und schöne Parks.

In den letzten Tagen übernachten wir meistens in sogenannten State Parks. Da es mega warm hier ist und wir keine Klimaanlage haben, müssen wir nachts die Türen beim Schlafen auflassen, sonst zerfließt man einfach. Deshalb stehen wir lieber sicher auf einem Campingplatz.  Die sind recht einfach aber schön gelegen in der Natur und relativ preisgünstig. Wildlife gibt es dafür inklusive.

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