Renault Kangoo Maxi Rapid - Trinity

Wir haben uns im Mai 2020 einen Renault Kangoo Maxi Rapid gekauft und haben diesen zu einem Minicamper umgebaut. Wir haben den Ausbau dokumentiert und auch einige Videos dazu gedreht, die Ihr auf unserem YouTube Channel finden könnt (Komm mit mir). Wir sind keinerlei Profi`s und haben uns alles selbst angeeignet. Uns bereiten die Planung und Bastelei einfach Freude und wenn man am Ende ein schönes Ergebnis sieht, dann hat sich doch der ganze Aufwand auch gelohnt. Ach übrigens heißt unsere Kleine Trinity. Der Name verbindet uns an die schöne Zeit während unseres Aufenthaltes auf Neufundland 2019. Dort hieß eine kleine süße Stadt Trinity und es gab zu dieser Jahreszeit, als wir dort waren noch Eisberge im Meer. Da das Fahrzeug weiß ist, könnte es ja ein Eisberg darstellen. Zudem bedeutet der Name Dreieinigkeit oder Dreifaltigkeit (wir sind ja dann zu dritt: Sandra, Christoph und Trinity) und ist mit dem Keltischen verbunden, was wir auch sehr mögen. So ist daraus Trinity entstanden, kurz Trini. Also los geht`s.

Vorab ein paar Infos: Wir benutzen Bremsenreiniger als Reinigungsmittel vor dem Dämmen oder Filzen; alles an Holz schleifen wir vorher mit groben und danach mit feinem Schleifpapier; wir behandeln unser Holz danach mit Parkett- oder Klarlack, nicht mit Öl; die blaue Einfärbung haben wir mit Textilfarbe erreicht, die man vor dem lackieren mit einem Schwamm aufträgt (dazu gibt es auch ein ausführliches Video auf Youtube). Wir haben auch soweit es möglich war alle Sachen, die wir für den Ausbau benutzt haben, auf dieser Website unter der Rubrik „7 Sachen“ verlinkt.

Los geht`s!!!

Zuerst mussten wir alle Verkleidungen, die Rückwand und die Bodenschale herausmontieren.

Danach haben wir aus einer Pappelsperrholzplatte (15mm) Leisten zugesägt für die Unterkonstruktion, an der die Bodenplatte befestigt wird (40mm Breite).

Die Leisten mit Sikaflex 252i Kleber im Fahrzeug befestigen und über Nacht mit Gewichten aushärten lassen.

Den Boden haben wir mit Armaflex 13mm gedämmt.

Aus Restücken eines alten PVC Belages haben wir uns die Schablone für die Bodenplatte gebastelt.

Schablone auf Pappelsperrholzplatte (15mm) übertragen und mit der Stichsäge aussägen.

Bodenplatte schleifen und mit Parkettlack streichen (2x).

Für den Boden haben wir uns für einen PVC-Bodenbelag entschieden, den wir mit Hilfe der Bodenplatte ausgeschnitten haben. Also bevor man die Bodenplatte einbaut sollte man daran denken, diese als Schablone zu benutzen. Das macht es wesentlich einfacher, als den Belag im Nachhinein mühsam im Fahrzeug verlegen zu müssen. 

Bodenplatte mit Senkkopfschrauben an den Leisten im Fahrzeug befestigen

Dieselstandheizung Air 2D (mit 99% Camperkit) von Autoterm einbauen:

  • Flansch 48mm für die Standheizung einbauen
  • Entnahmeröhrchen für Diesel im Schlingertopf des Tankes angebracht
  • Auspuff und Ansaugrohr der Standheizung montiert und am Fahrzeug außen befestigt
  • Dieselpumpe und Dieselfilter anbringen
  • Dieselleitung verlegen
  • Elektronik der Standheizung installieren inklusive Stromkabel von der Lichtmaschine zur Versorgerbatterie verlegen

Wir haben uns für dieses Modell entschieden, da es gute Bewertungen hat und etwas günstiger ist als vergleichbare Modelle von Eberspächer oder Webasto.

Bodenbelag mit Bodenbelag Kleber auf der Bodenplatte befestigen.

Die Zweitbatterie (AGM 70Ah) wird neben der Standheizung mit Spanngurten befestigt. Diese Batterie haben wir für die Nutzung der Standheizung eingebaut.

Danach widmen wir uns der Belüftung. Wir haben uns für ein Dachfenster Und zwar das Fiamma Turbo Vent 40 crystal. Vor dem Einbau hatten wir schon ein wenig bammel, da man ja in sein Fahrzeug ein riesen Loch ins Dach sägen muss. Doch was muss das muss! Vorab haben wir alles mit Klebeband angezeichnet und mehrmals nachgemessen, um jeden Fehler ausschließen zu können. Dann gings auch schon los. Mit der Bohrmaschine werden erst Löcher reingebohrt, um dann mit der Stichsäge einen Anfangspunkt zu haben. Und zack, war auch schon die Öffnung ausgesägt. Kurz überprüfen, ob das Fenster auch wirklich reinpasst. Puh, Glück gehabt. Alles passt! Dann noch einen Holzrahmen bauen, weil diese Fenster normalerweise für Wohnmobile mit einem viel dickeren Dach vorgesehen sind, als für ein Autodach mit einer Stärke von ein paar Millimetern. Dieser wird dann von Innen mit an das Fenster verschraubt. Aber nun haben wir noch ein kleines Problem. Unser Dach ist nicht eben, sondern wellig. Was bedeutet, dass das Fenster nicht bündig aufliegt und man es so schwerer dicht bekommt. Wir haben deshalb zusätzlich zu einer Dichtmasse noch Butylband geholt und versuchen damit vorab diese Unebenheiten auszugleichen. Das funktioniert sogar ganz prima. Als nächstes bringen wir nun die Dichtmasse (Dekaseal 8936) auf dem Fenster auf und heben das Fenster dann vorsichtig von oben in das vorgesägte Loch im Dach. Man sollte nicht mit der Dichtmasse sparen. Es sollte an den Seiten immer reichlich rausquirlen, dann kann man auch sicher sein, dass es dicht ist. Vorsichtig drücken wir das Fenster an und schrauben es dann an den vorgefertigten Holzrahmen an. Die Schrauben muss man sich vorher selbst besorgen, diese sind nicht im Lieferumfang enthalten.

Wir verstreichen das Dekaseal noch etwas, damit es einfach schöner aussieht und sind vorerst mit dem Ergebnis zufrieden. Leider hat sich aber nach         ca. 1 Woche die Masse so verändert, dass es optisch unschön aussah und das Material sich zusammengezogen hat. Somit haben wir entschieden nochmal nachzuarbeiten. Diesmal mit Sikaflex 221i. Wir haben eine schöne Abschlussfuge geschaffen und mit dem Sikaflex alles nochmals abgedichtet. Optisch viel viel schöner und vom Material her sind wir auch sehr zufrieden, auch nach etlichen Wochen. Wir denken, diese Kombi aus beiden Dichtmitteln ist für so einen Einbau optimal. Können wir nur empfehlen! Das Dachfenster an sich hat auch richtig Power und auf der kleinsten Stufe ist es auch noch vom Geräuschpegel völlig ok.

Weiter geht es mit den Seitenverkleidungen. Da haben wir uns auch noch etwas ausgedacht, da wir keinen Raum verschwenden wollen. Also haben wir kleine Regale gebaut in die Nischen, wo eigentlich die Fenster vom Fahrzeug eingebaut werden. Da ist eine Vertiefung, die man ideal für sowas nutzen kann.

Die Seitenverkleidungen (aus Pappelsperrholz 3mm) haben wir mit einer Schablone wieder zurechtgeschnitten und gestrichen. Für die Anbringung haben wir aus Latten eine Unterkonstruktion gebaut, wo man dann die Verkleidungen einfach anschrauben konnte. Das ganze natürlich wieder mit Armaflex (6mm) gedämmt.

Im Prinzip genau das Gleiche haben wir an der Decke gemacht. Diesmal haben wir das Holz aber mit einem weißen Decorlack gestrichen, da wir es schön finden, eine helle Decke zu haben, da der Raum so auch etwas grösser wirkt. Die Holme haben wir vorher auch noch gefilzt (Bus4fun Filz), damit es einfach wohnlicher aussieht.

Nun können wir endlich mit den Möbeln beginnen. Vorab überlegen wir, was ist uns wichtig in so einem Camper. Wollen wir eine große Liegefläche ohne Sitzmöglichkeit, oder wollen wir auch mal gemütlich im Sitzen kochen im Camper oder am Laptop arbeiten. Was brauchen wir an Stauraum? Brauchen wir eine Wasserversorgung? Brauchen wir eine Kühlbox? Was ist mit der Stromversorgung? All diese Fragen muss man sich vorher gut überlegen. Aber wie wir immer merken, kommt eh alles anders als geplant!

Alle Möbel sind aus 10mm Pappelsperrholzplatten angefertigt!

Wir haben uns für die Variante entschieden, mit Sitzgelegenheit, einem Küchenblock, einer flexiblen Stromversorgung und einer Kühlbox. Da der Raum schon sehr klein ist, verbauen wir die Kühlbox Dometic Cool Freeze CDF 26L. Die ist auch relativ leise, auch wenn man direkt mit dem Kopf daneben schläft. Für die Stromversorgung haben wir auch etwas super Einfaches gefunden, wo man sich den ganzen Einbau mit 100 Kabeln sparen kann. Natürlich muss das jeder für sich entscheiden, was er alles für Verbraucher hat was man im Endeffekt dafür braucht. Wir sind aber ganz glücklich mit unserer kleinen Strombox von Goal Zero, die Yeti 500. Damit kann man Laptop, Handy, Kamera, etc. alles sogar gleichzeitig laden. Auch unsere Kühlbox werden wir darüber laufen lassen. Dazu haben wir noch eine 180 Watt Solartasche, die wir ganz nach belieben ausrichten können und somit die Box laden können. Während der Fahrt kann man diese natürlich auch an den Zigarettenanzünder zum laden anschließen. Eine ganz prima Sache wie wir finden! Auch platzmässig kann man die sehr gut im Fahrzeug unterbringen. Zusätzlich haben wir noch ein paar USB-Ladestationen an der Küchenzeile angebracht, die über die Zweitbatterie funktionieren würden.

Für die Wasserversorgung wollten wir zuerst ein Rohr auf dem Dach anbringen. Dann haben wir aber unseren Innenausbau nochmals verändert und einen Platz gefunden, wo wir 24 L Wasservorrat (2x 12L Kanister) unterbringen können. Das ist dann quasi unsere Outdoordusche. Dazu haben wir eine mit Akku betriebene Dusche angeschafft, die wir dann auch flexibler nutzen können. z.B. kann man dann mit einem Kanister irgendwo zum Duschen verschwinden, wo nicht gerade der Nachbar zuschaut.

Den Küchenblock haben wir so konzipiert, dass wir den Aufbau über der Standheizung und der Zweitbatterie haben. Eine herausnehmbare Schublade haben wir über die gesamte Länge eingebaut, damit man so auch mal an die Batterie und die dazugehörige Elektronik kommt, falls man mal etwas reparieren müsste. Der obere Aufbau besteht aus Regalen, wo wir wieder die Vertiefung mitberücksichtigt haben und den vollen Raum genutzt haben. Dies haben wir folgendermaßen gebaut: Vorab haben wir schon einen Ausschnitt in die Seitenverkleidung geschnitten und das Küchenregal separat gebaut, somit man es dann in dieses Loch schieben konnte. Das hat uns schon einiges an Stauraum geschaffen. Für unser Geschirr, Töpfe und Pfannen haben wir extra Fächer geschaffen und diese mit Filz ausgelegt, damit während der Fahrt nichts klappern kann und die Sachen nicht so leicht zerkratzen.

Kommen wir zum Thema Licht. Wie man sieht, haben wir keine festen Strahler in die Decke eingebaut. Da haben wir in unserem T4 gemerkt, dass wir das gar nicht wirklich brauchen. Deshalb haben wir ein Stimmungslicht in den Küchenblock mit integriert und benutzen einen LED-Lampe von Goal Zero (Lighthouse 400) als Leuchtquelle oder unsere Stirnlampen.

Nun kommen wir zur Liegefläche. Eigentlich wollten wir eine Liegefläche von 1.20m Breite und 1.85m Länge erreichen. In der Länge hat es auch super geklappt, aber mit der Breite sind wir dann doch etwas schmaler geworden. Am Fußende haben dann doch nur 1.05m zur Verfügung, aber am Kopf ist es dann etwas breiter, da wir ja noch Platz bis zur Schiebetür haben. Für uns ist es so ausreichend. Man gewöhnt sich an alles!

Viel Stauraum haben wir durch die aufklappbaren Boxen erzielt, wo wir unsere Klamotten und Elektrosachen lagern werden. Auch ein extra Fach für Lebensmittel bietet viel Platz für genug Vorrat. Als Erweiterung haben wir uns eine Thule Dachbox (Force XT S) zugelegt und haben so nochmal 300L dazugewonnen. Für eine längere Reise ist das schon sehr von Vorteil!

Unsere Matratzen haben wir wieder bei www.schaumstofflager.de nach Maß anfertigen lassen. Leider haben diese dann eine Wartezeit von bis zu 11 Wochen, was man vorher gut einkalkulieren muss. Wir haben insgesamt 4 Teile, die man als Sitzunterlage sowie Schlafmatratzen nutzen kann. Es handelt sich um die PUR50 S60 Matratzen mit 6cm Dicke und der Stoff heißt AGORA Outdoor Acrylstoff.

Für die Sicherheit gab es noch einen Rauchmelder und den Trigas Warner, der warnt vor CO2, CO, Propan, Butan, Narkosegas und Betäubungsgasen. Dieser ist zum Beispiel im Fritz Berger Onlineshop erhältlich (www.fritz-berger.de).

Gerne könnt ihr uns Fragen stellen zu den einzelnen Bereichen, wir versuchen alles zu beantworten. In unseren Videos erfahrt ihr zudem noch so Einiges zu dem Ausbau!