Nicaragua Blog

El Espino – Grenzübergang (von Honduras)

10.03.2020: Nach nur 5 Tagen verlassen wir Honduras schon wieder und sind nicht mal traurig darüber.  Wir freuen uns richtig auf Nicaragua, da wir uns vorab schon viel erkundigt haben und tolle Sehenswürdigkeiten gefunden haben. Lassen wir uns mal überraschen.

Unser erster Halt ist 10 Minuten nach der Grenze von El Espino entfernt. Das kommt uns gerade recht, nach dem stressigen Grenzübergang. So fahren wir ein kleines Hostal an, dass einem netten pensionierten Franzosen gehört und checken dort mal für 2 Tage ein. Sehr günstig gelegen befindet es sich direkt neben dem Eingang zum Somoto Canyon. Dieser wurde erst im Jahr 2004 von einer Gruppe nicaraguanischer und tschechischer Wissenschaftler entdeckt. Michel, der Besitzer des Hostal organisiert uns einen Guide für den nächsten Tag. Es gibt 3 verschiedene Touren. Eine kurze, eine mittlere und eine lange. Wir entscheiden uns für die mittlere, die für 4h angesetzt ist. Wir lassen uns alles in Spanisch erklären und verstehen wie immer nur ein Drittel 😊, aber so bleibt es fast eine Überraschung, was uns am nächsten Tag so erwartet. Zu Beginn der Tour laufen wir ein Stückchen zum Canyon, bis wir dann mittendrin stehen und über Steine kraxeln und durch den Rio Coco stapfen. Die Schuhe sind schonmal klatschnass. Aber das wird nicht das Einzige bleiben. Kurze Zeit später wartet ein zweiter Guide auf uns mit Schwimmreifen in der Hand. Somit ist klar, wir werden mit samt Klamotten in den Fluss gehen. Zack, saßen wir im Reifen und wurden von dem Guide umhergetrieben. An einer Stelle des Canyons ist eine Sprungstelle, wo man von 1m bis 20m Felsen in die Tiefe springen kann. Sieht leichter aus, als getan. Wenn man oben steht ist die Sprungstelle ganz schön schmal und wir hüpfen bei 3m und 1m ins kühle Nass. Weil irgendwo muss man springen, da die Tour auf der anderen Seite von der Wand weiter geht. Ab jetzt heißt es schwimmen. Einige hundert Meter durch die Schlucht. Wow. Wir finden das voll spannend und es macht voll Spaß. Wer denkt, hier ist es schon zu Ende, äh, nein, weiter geht es in einem Boot. Aber nur ein paar Meter bis zu einer flachen Stelle. Von dort laufen wir klatschnass ca. 30 min bis zu unserer Unterkunft zurück. Eine wirklich sehr schöne Tour und wir waren zudem nur zu zweit unterwegs. Da hat uns Nicaragua schon das erste Highlight beschert (für ca. 18 Euro pro Person).

Die Fahrt geht weiter südlich Richtung Leon. Wir haben leider ein bisschen Pech und finden unser nächstes Ziel nicht. Irgendwo sollte es einen Park geben mit Häusern, die in Felsen eingebaut sind. Nun ja, also fahren wir mal weiter. Es ist wiedermal richtig heiß zu dieser Jahreszeit. Die Fahrt ist zudem auch sehr anstrengend. Verkehrsregeln scheint hier keiner zu kennen. Die Landschaft ist auch sehr karg und trocken. Wir hatten vor, den Vulkan Telica zu erkunden, aber es ist einfach zu heiß und der Weg dorthin ist auch Katastrophe. Deshalb entscheiden wir uns dagegen. Nicaragua hat insgesamt 19 Vulkane, davon sind gerade 6 sehr aktiv. Da wird sich doch noch eine andere Gelegenheit bieten.

Wir haben einen Tipp von anderen Reisenden bekommen, die in einem Hostal an der Laguna Apoyo gecampt haben. Das Paradiso. Hört sich doch schon sehr vielversprechend an. Also fahren wir dorthin. Sie haben wirklich nicht zu viel Versprochen. Ein tolles Hostal. Wir dürfen auf dem Parkplatz stehen und die ganze Anlage mitbenutzen. Es gibt Kayaks, Schwimmreifen und viele Hängematten. Ein beliebter Ort für Backpacker. Wir treffen auch so einige Deutsche und Schweizer dort an. Solche Orte sind wohl sehr rar in Nicaragua. Das hat auch damit zu tun, dass 2018 politische Unruhen im ganzen Land mit vielen Demonstrationen und sogar gewalttätigen Ausschreitungen waren. Seitdem ist der Tourismus eingebrochen und viele Hotels und Restaurants gingen den Bach runter. Das merkt man auch.

Vom Hostal aus können wir bequem ein paar Touren buchen. Uns verschlägt es nach Granada. Eine sehr alte Kolonialstadt mit einem wunderschönen Stadtkern. Das drumherum sollte man allerdings nicht anschauen. Es wäre wohl auch etwas gefährlich. Uns wurde auch erzählt, dass viele Jugendliche Leim schnüffeln und überall rumhängen. Ansonsten gibt es ein Kakaomuseum und man kann die Türme der Kirchen besteigen für einen tollen Ausblick über die ganze Stadt.

Als zweites wollen wir zum aktiven Vulkan Masaya. Dort kann man im Dunkeln noch vom Vulkankrater die glühende Lava sehen. Man darf sich aber aus gesundheitlichen Gründen nur ca. 15 min dort aufhalten. Die Tour soll 4.30 Uhr beginnen und eine Stunde fahrt ist angesetzt. Wir stehen pünktlich mitten in der Nacht auf und warten auf unseren Fahrer. Leider kommt keiner und wir gehen wieder ins Bett. Als wir nochmal nachschauen, müssen wir erstmal lachen. Es war nicht 4.30 Uhr am Morgen, sondern 16.30 Uhr am Nachmittag. Da haben wir uns voll missverstanden mit dem Herrn, der uns die Tour erklärt hat. Die Rede war immer von Sunrise, also Sonnenaufgang. Das war wohl nichts. Leider müssen wir die Tour dann absagen für nachmittags, da wir durch das ganze Chaos wegen Corona Virus jetzt so schnell wie möglich nach Costa Rica einreisen wollen, eh dort auch noch die Grenzen dicht gemacht werden, wie bereits in Guatemala, Panama, Honduras und El Salvador. Wir haben keine Lust 2 Monate in Nicaragua zu verbringen. Da fühlen wir uns in Costa Rica sicherer.

So verlassen wir Nicaragua schon nach 5 Tagen. Es gibt hier noch einiges zu erkunden, vor allem eben die Vulkane. Aber wir hatten ja schon unser Highlight in Guatemala und sind nicht ganz so traurig das wir nun schon das Land verlassen müssen.