Neufundland Avalon

Dem Trans Kanada Highway folgen wir nun weiter Richtung Osten. Uns fällt auf, dass die Dörfer je weiter östlich wir kommen, immer moderner und schicker aussehen als im Westen Neufundlands. Nun befinden wir uns nun in der Provinzhauptstadt Neufundland und Labradors, in St. John`s. Dies ist eine der ältesten europäischen Siedlungen Nordamerikas mit 110 000 Einwohnern. Eine Hafenstadt mit bunten Häusern und einem interessanten historischen Hintergrund. Deshalb verweilen wir hier 3 Tage um uns alles in Ruhe anzuschauen. Auch ein Kreuzfahrtschiff wie die AIDA legt hier an, wie wir auch gleich live mitbekommen. Wir schlendern durch die Straßen und bemerken, dass relativ wenig Verkehr ist und alles ganz entspannt abläuft.

Am Abend lassen wir es uns mal so richtig gut gehen und probieren den Lobster in einem kleinen gemütlichen Restaurant (Oliver`s).  Da es den hier überall frisch vom Meer gibt, ist es fast ein Muss sowas mal zu essen. Uns hat es jedenfalls sehr lecker geschmeckt.

Das Johnson Geo Center, das unterirdisch an einer Felswand gebaut wurde, steht auch auf unserer to do Liste. Zurzeit befindet sich eine große Titanic Ausstellung darin und andere Attraktionen über Erde und Weltall.  Außerdem besuchen wir wieder ein paar Historic Sites wie ein alter Weinkeller indem man Portwein lagerte. Jetzt fragt sich jeder wie kommt Portwein nach Neufundland? Durch einen Zufall, als im Herbst 1679 ein portugiesisches Schiff auf dem Weg nach London war traf es auf Franzosen, die das Schiff vom Kurs abbrachten. Um zu entkommen fuhren sie weiter auf den Atlantik und landeten in St. John`s, wo sie den Portwein in Höhlen bis zum Frühling einlagerten und danach sicher nach London brachten.

Vom sogenannten Signal Hill hat man eine wunderbare Sicht über die ganze Stadt. Dies ist ein Hügel mit militärischem Hintergrund wo einige Schlachten zwischen Frankreich und England stattfanden. Als letztes besuchen wir noch das kleine Fischerdörfchen Quidi Vidi mit den alten Holzbauten auf Stelzen.

Eigentlich wollten wir nun Richtung Süden fahren von St. John`s zur Witless Bay, um nochmals einen guten Puffin Spot zu haben oder Wale von Land aus zu beobachten. Aber es war so neblig, dass wir wieder mal spontan unsere Route geändert haben. Von einem anderen deutschen Urlauber (danke an Fotolurch 😊) haben wir noch ein Ecological Reserve als Tipp bekommen, auch im Süden aber weiter westlich gelegen. Also fahren wir doch mal hin. Das ist das Cape St. Mary`s. Dort brüten jedes Jahr im Sommer zehntausende von Vögeln ihre Eier aus und man kommt wohl sehr nah ran. Sind wir doch mal gespannt. Als wir ankommen ist der Nebel noch dichter und man kann kaum 10 m weit sehen. Der Rancher von dem Reservat meinte aber wir sollen trotzdem bis zum Felsen laufen, die Vögel wären so nah, dass man es auch so erkennen kann und morgen sollen wir, wenn das Wetter aufklart einfach nochmal hin und wir würden staunen, was wir dann dort zu sehen bekommen. Da es nur 15 min Fußweg sind machen wir uns gleich auf den Weg. Das Geschnatter kann man jedenfalls schon laut hören. Auf einmal stehen wir direkt davor. Was für ein Spektakel. Sowas haben wir noch nie gesehen. Schaut euch selbst die Fotos an. Die erzählen eigentlich alles.

Wir dürfen auch über Nacht auf dem Parkplatz stehen bleiben und hoffen auf klare Sicht am nächsten Tag. Dann am Abend sitzen wir gemütlich im Bus, als irgendetwas um die Emma läuft. Wir machen das Fenster auf und es sind Füchse. Wohnt doch tatsächlich eine kleine Fuchsfamilie direkt unterm Besucherzentrum. Wie niedlich ist das denn? Sie haben 3 Junge, die herumtollen und überhaupt keine Angst vor uns haben. Zuckersüß! Das war fast noch schöner als die Vögel zu beobachten.

Am nächsten Morgen ist es zwar immer noch voll neblig, aber die Sonne scheint und der Wind steht günstig. Also warten wir mal ab. Nach dem Mittagessen starten wir und es hat wirklich aufgeklart. Wow, man sieht endlich wo wir am Vortag langgelaufen sind. Die Küste ist wunderschön. Und wir trauen unseren Augen kaum als wir am Vogelspot ankommen. Die ganzen Felsen hocken voll mit Basstölpeln, Trottellummen, Tordalks und Möwen. Der Hammer. Da könnte man stundenlang zuschauen. Was wir auch machen. Das hat sich wirklich gelohnt.

Weiter geht’s an der Küste entlang über Mistaken Point (bekannt für seine Fossilien) zur Witless Bay. Dort übernachten wir im Provincial Park La Manche. Schön am See gelegen mit einem tollen Sonnenuntergang. Wir schreiben mittlerweile den 20. Juni 2019 und ich ziehe zum ersten Mal ein T-Shirt an. Das ist mal was ganz Neues. Eine kleine Wanderung auf dem East Coast Trail führt uns zu einer Suspension Bridge direkt am Meer.

Am Nachmittag buchen wir, weil das Wetter echt passend ist, nochmal eine Bootsfahrt in Witless Bay mit Ecotours auf einem Zodiac (tolle Tour!!!!). Wir kommen diesmal bis zu 5m an die Puffins ran und können das bunte Treiben schön beobachten. Die sind echt lustig.

Auf dem Weg nach Trinity, wo wir gerne noch einmal hinmöchten, da es einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen hat, kommen wir an einem Oldtimer Museum (Vernon`s antique car museum in Swift Current) vorbei und stolpern einfach mal rein. Zu meiner Freude haben sie dort auch eine kleine Elvis Sammlung. Wer sich für solche Auto`s interessiert sollte da unbedingt mal reinschauen.

In Trinity angekommen auf unserem schönen Campingplatz müssen wir feststellen, dass sich innerhalb einer Woche das Wetter so verändert hat, dass mit einem Schlag die fiesen kleinen Mücken überall sind. Wir steigen nur mal aus dem Auto aus und man wird sofort aufgefressen von den Tierchen. Das ist echt übel. Also heißt es für uns jetzt Tschüss Neufundland und wir machen uns auf den Weg Richtung Fähre auf Nova Scotia zurück und dann nach Maine in die USA.

Fazit zu Neufundland:

Wunderschöne Insel mit vielen Fassetten. Hat uns persönlich sehr sehr gut gefallen. Wer noch die Eisberge sehen möchte ist Ende Mai – Anfang Juni die beste Reisezeit. Wettermäßig muss man dann eben ein paar Abstriche machen. Es ist noch relativ kühl und regnet viel. Aber sobald es warm wird kommen die Mücken. Das ist auch nicht sehr angenehm. Wildlife gibt es hier auch jede Menge zu beobachten. Wer historische Sachen mag, ist hier auf jeden Fall auch richtig. Die Leute sind super freundlich und helfen gerne. Alles in allem ein gelungener Trip.

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