Montana

Beartooth Scenic Highway

Wir haben uns einen Tag aus dem Yellowstone Park rausgeschlichen und sind den Beartooth Highway von Cooke City bis Red Lodge gefahren. Eine 111 km lange Passstraße durch eine atemberaubende Berglandschaft. Am höchsten Punkt waren wir auf 3300 m. Wir hatten super Wetter und haben es genossen. Auch für Motorradfahrer eine super Strecke ohne viel Verkehr. Grandios.

Yellowstone Earthquake 1959

Als wir am 17.08.2019 den westlichen Ausgang vom Yellowstone Park Richtung Glacier National Park genommen haben, wussten wir nicht, dass es auf der Strecke ein Gebiet gibt, indem es genau an diesem Tag vor 60 Jahren ein Erdbeben der Stärke 7.5 gegeben hat. Dadurch entstand der Earthquake Lake. Ein See, indem heute noch abgestorbene Bäume stehen und wie eine Filmkulisse aussieht. Damals sind 28 Menschen ums Leben gekommen, die in der Nacht um 23.37 Uhr auf dem Campingplatz am Hebgen Lake übernachtet haben. Sie wurden durch die Erschütterung geweckt und kurze Zeit später durch eine Flutwelle. Durch das schwere Beben erschütterte das ganze Gebiet und es gab Risse und Verschiebungen in der Erde. Der Damm des Hebgen Sees staute sich und es kam so zu einer Überflutung. Aus dem damaligen Fluss entstand somit der heutige Quake Lake.

Mehrere Geysire im Nordwesten des Yellowstone-Nationalparks brachen aus und zahlreiche heiße Quellen wurden vorübergehend trübe.

In unmittelbarer Nähe des Erdbebens und des Erdrutsches wurden einige Dutzend Hütten und Häuser zerstört. Die Gesamtschäden an Gebäuden und Straßen waren gering, und die Schadenskosten beliefen sich 1959 auf 11 Millionen Dollar. Nachbeben bis zu 6,5 auf der Richterskala hielten mehrere Monate an. Zu dieser Zeit war das Beben das zweitgrößte in den kontinentalen USA im 20. Jahrhundert.

Bannack Ghost City State Park

Wir sind auf den Spuren des Goldes unterwegs und fahren nach Bannack, einer alten Geisterstadt, die 1862 gegründet und nach den örtlichen Bannock-Indianern benannt wurde.

1862 wurde hier eine bedeutende Goldentdeckung gemacht. 1864 diente es kurzzeitig als Hauptstadt des Montana-Territoriums, bis die Hauptstadt nach Virginia City verlegt wurde. Bannack war weiterhin eine Bergbaustadt, obwohl die Bevölkerung schrumpfte. Die letzten Bewohner verließen Bannack in den 1970er Jahren.

In seiner Blütezeit hatte Bannack etwa zehntausend Einwohner. Extrem abgelegen, war es nur über den Montana Trail mit dem Rest der Welt verbunden. Es gab drei Hotels, drei Bäckereien, drei Schmiedegeschäfte, zwei Ställe, zwei Fleischmärkte, ein Lebensmittelgeschäft, ein Restaurant, eine Brauerei, eine Billardhalle und vier Salons. Obwohl alle Geschäfte aus Baumstämmen bestanden, hatten einige dekorative falsche Fassaden.

Zu den Gründern der Stadt gehörte Dr. Erasmus Darwin Leavitt, ein in Cornish, New Hampshire, geborener Arzt, der für einige Zeit die Medizin aufgab, um Goldgräber zu werden.

Bannacks Sheriff, Henry Plummer, wurde von einigen beschuldigt, eine unbarmherzige Bande von Straßenagenten heimlich angeführt zu haben. Frühe Berichte besagten, dass diese Bande für über hundert Morde in den Goldfeldern von Virginia City und Bannack und Spuren nach Salt Lake City verantwortlich war.

Wir versuchen uns auch als Goldschürfer und finden mini kleine Stückchen, was uns aber nicht reich macht. Außerdem findet man in dem Gestein hier noch roten Granat, den wir auch in ein Tütchen packen und als Andenken mitnehmen.

Man kann sich hier richtig vorstellen, wie es damals war in dieser Goldgräberstadt. Es stehen noch ca. 50 Häuser, die man alle besichtigen kann. Um diesen Ort zu schützen für die Nachwelt hat Montana es als State Park erklärt, man zahlt 3 Dollar Eintritt, die sich aber wirklich lohnen. 

Glacier Nationalpark

Während unserer Reise durch die USA folgen wir nun schon eine ganze Weile den Rocky Mountains. Der Glacier Nationalpark ist auch ein Teil davon und liegt ganz im Norden an der kanadischen Grenze.

Hier leben 300 Grizzlybären und etwa 650 Schwarzbären. Das ist eine ganze Menge und wir bekommen das auch grad mit, als ein Campingplatz im Park mitten in der Nacht evakuiert werden muss, da ein Bär direkt neben einem Zelt stand. Glück für uns, da alle Zeltcamper bis auf weiteres dort nicht mehr nächtigen dürfen, aber für uns in einem Van ist es kein Problem. Es ist nämlich schwer einen Campground im Park zu finden um diese Zeit, es ist recht voll. Ebenso die Parkplätze an Wanderwegen sind ab 8 Uhr morgens zugeparkt. Es gibt aber Shuttlebusse, die einen von A nach B fahren und überall anhalten. Man muss echt früh dran sein. Aber für uns kein Problem. Der Wecker steht auf halb 6 und dann geht’s los. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass wir erst einmal den Park am ersten Tag mit dem Auto abfahren, an allen Aussichtspunkten schauen, die Besucherzentren anfahren und uns Info`s einholen. Dann planen wir die weiteren Tage und entscheiden wie lange wir hier verbringen wollen. Im Glacier waren wir 4 Tage und haben 2 tolle Wanderungen gemacht.

Eine zu den Baring-, St. Mary`s- und den Virginia Wasserfällen. Hin und zurück etwa 8 km. Ein sehr schöner Pfad am St. Mary`s Lake entlang durch Wald und Wiesen. Man sieht auch an einigen Stellen die durch einen Waldbrand abgestorbenen Bäume. Aber dadurch das alles so bunt drumherum ist, sieht es noch recht schön aus.

Am nächsten Tag starten wir eine 18 km Wanderung zu einem Gletschersee. Der sogenannte Iceberg Lake. Da wir im Internet gelesen haben, das doch einige Bären den Weg kreuzen können, sind wir mit Bärenspray losgezogen und wachsamen Augen. Man soll auch immer schön laut sein, damit die Bären sich nicht überrascht vorkommen. Und tatsächlich, nach ¼ der Strecke sehen wir etwas oberhalb von uns einen Grizzly am Futtern. Zum Glück ist er ca. 250 m entfernt und nimmt keine Notiz von uns. Andere Wanderer berichten, dass kurz zuvor 2 kleine Bären ihren Weg gekreuzt haben und sie einen Umweg machen mussten, da sie den Weg nicht freiräumen wollten. Das ist dann nicht so lustig. Für uns war es aber der erste Braunbär und wir haben auch keinen zweiten entdeckt. Dafür noch Elche, Rehe und andere Kleintiere. Der Weg war auch nicht von allzu großer Anstrengung und der See ist einfach ein Traum. Nur zu empfehlen.

Der Park ist ehemaliges Indianergebiet von den Blackfeet Indianern. Wir fahren auch durch ihr Reservat neben dem Park, aber so richtig viel können wir über das Volk nicht in Erfahrung bringen. Das wird alles ziemlich versteckt gehalten was wir schade finden. Als wir in das Reservat fahren, müssen wir an einer Baustelle anhalten und warten. Da läuft auf einmal 2 Autos hinter uns ein Schwarzbär ganz gemütlich über die Straße und auf der anderen Seite in den Busch. Man muss also wirklich wachsam sein.

Ansonsten kann man hier mehrere Tage verbringen, ohne dass es einem langweilig wird. Es gibt jede Menge Wanderungen und auch wieder Rangerprogramme. Absolut lohnenswert.

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