Mexiko`s Nordosten

Laredo (Texas) – Grenzübergang

Jippi….wir haben es geschafft und sitzen in Mexiko an einer Felswand und freuen uns über den problemlosen Grenzübergang in Laredo. Da wir schon 2 Monate auf der Baja California unterwegs waren, hatten wir für uns schon das Touristenvisum für 180 Tage und konnten somit sofort zur Abteilung für die Einführung unserer Emma. Dort mussten wir die Fahrzeugpapiere und unsere Reisepässe plus Touristenvisum vorlegen. Eine Kopie vom Fahrzeugschein und Reisepass vom Besitzer konnte man vor Ort machen lassen (konnte man in Dollar zahlen oder Pesos). Dann hat die nette Dame alles in Ihren PC eingegeben und uns einen Aufkleber für die Frontscheibe mit den dazugehörigen Papieren ausgehändigt. 275 Euro (5784 Pesos) mussten wir als Deposit für Emma hinterlegen, was wir bei der Ausreise wiederbekommen. Diese richtet sich nach dem Alter des Fahrzeuges. Je jünger desto teurer wird’s. Eine KFZ-Versicherung hatten wir ja auch bereits abgeschlossen, aber wäre an der Grenze auch möglich gewesen. Zusätzlich hat uns das Ganze noch ca. 45 Euro gekostet für die Einfuhr von Emma für 92 Tage. Nach ca. 45 Minuten war alles erledigt an Papierkram und wir konnten zur Fahrzeuginspektion eine Station weiterfahren. Das hat genau 2 Minuten gedauert. Ein kurzer Blick in den Innenraum und eine Frage wo wir hinreisen wollen. Das wars. Und zack waren wir in Mexiko. Jetzt schnell ein paar hundert Kilometer von der Grenze entfernen und dann haben wir es geschafft. Nach rund 300 km steuern wir bei Monterrey einen Campingplatz an und bleiben erstmal 2 Nächte.

Danach haben wir uns ein schönes Ziel ausgesucht am Rio Salto, ca. 600 km weiter südlich in der Reserva de la Biosfera El Cielo. Der Ort heißt Colonia el Meco und liegt direkt am Fluss. Als wir ankommen sind wir schon ganz schön geschafft von den 8h Autofahrt. Dann suchen wir einen Stellplatz für die Nacht und dachten eigentlich das man vor einem Restaurant parken dürfte laut der App iOverlander. Aber dem ist nicht mehr so. Mit unserem besten Spanisch und einem Mix aus Englisch verständigen wir uns mit einem Mann, der uns dann auf sein Grundstück auf der anderen Seite vom Fluss verfrachten will. Wir sind so kaputt, dass wir gar nicht mehr groß drüber nachdenken und fahren mit ihm zusammen einen Schotterweg bis wir nach ca. 50 min endlich dort ankommen. Puhhhh…..so stehen wir mal im Wald am Wasser. Zum Glück gibt es den Fluss und wir sind ganz alleine da, also können wir erstmal schön baden gehen. Was für ein Tag. Am nächsten Morgen wachen wir auf und es sind schon Bauarbeiter hier am Werkeln. Man merkt, dass man hier Geld investiert und alles um den Fluss etwas schöner gestaltet, dass es mehr Touristen anlocken soll. Dann wollen wir nur kurz die Emma umparken und Platz machen für die Arbeiter, als beim Motor starten schon ein komisches Geräusch zu hören ist. Na prima, wir sitzen mitten im Nirgendwo und haben ein Problem mit dem Auto. Wir suchen erstmal den ganzen Wagen ab, ob wir einen Stock oder irgendwas mitgenommen haben und der sich irgendwo verhangen hat. Aber nichts zu sehen. Dann kommt ein Bauarbeiter und schaut auch mal rein, er kann die Stelle ausfindig machen, wo es sich komisch anhört. Aber er ruft uns netterweise einen Mechaniker. 3h später kommt der dann auch mal an. Es dauert nicht lange und er findet das Problem. Kann aber hier an Ort und Stelle nicht viel ausrichten. Also tuckern wir mit ihm in den nächsten Ort, die Schotterpiste zurück, zu seiner Werkstatt. Also falls man das Werkstatt nennen kann. Wir sind in seinem Hof bei Ihm zu Hause. Grins. Aber egal, wenn er das Problem lösen kann ist das ja schonmal gut. Solange quartieren wir uns im Ort El Naranjo in einer Cabana (Unterkunft – Hütte) ein und hoffen, dass es schnell geht. Vor lauter Hektik schaffen wir es nicht die Sehenswürdigkeit genauer in Betracht zu nehmen und haben am Vorabend nur mal schnell ein paar Fotos mit dem Handy geschossen. Aber man kann schon sehen, wie schön es an dem Rio Salto ist.

Wir sind wieder on the Road…..der Mechaniker hat ganze Arbeit geleistet und uns die Emma innerhalb von einem Tag wieder fahrbereit gemacht. Zum Glück. Nun fahren wir weiter in das Gebiet wo es wunderschöne Wasserfälle gibt und eine wirklich traumhafte Landschaft. Überall wird Zuckerrohr angebaut und das Essen ist einfach grandios. Die Mutti`s kochen wirklich super an der Straße. Wir probieren uns einfach mal durch.

Zwei schöne Wasserfälle liegen auf unserer Route. Der eine heißt Minas Viejas Cascada und ist echt ein Träumchen. Der andere ist eher bekannt dafür, dass man hineinspringen kann. Dieser heißt Cascadas de Micos. Ganz nett dort, aber der erste hat uns besser gefallen.

Wir fahren zum Ort Agua Buena und stellen uns auf einen Campingplatz. Am nächsten Tag erkunden wir die umliegenden Wasserfälle wie die Tamasopo Cascada und die Puente de Dios Cascada.

Unsere Stellplätze werden auch immer interessanter und abwechslungsreicher. Einmal stehen wir auf einer Litschiplantage und bekommen vom Besitzer erstmal eine Portion Früchte geschenkt. Wir fahren etwas weiter und erreichen die Biosfera de la Sierra Gorda. Wir sind umringt von Bergen und schöner Natur. Die Leute sind alle super freundlich. Die Fahrt durch die kleinen Dörfer ist etwas anstrengend, da alles immer sehr eng ist auf den Gassen und diese Huppel (Tope) auf den Straßen machen einen auch wahnsinnig mit der Zeit. Man muss ständig aufpassen das man nicht einen übersieht und drüber rast. Dafür sind die Örtchen aber sehr bunt und haben richtig tolle Kirchen. Es gibt wirklich viel zu entdecken.

Dann besuchen wir noch einen Surreal Garten in Las Pozas. Mitten im Gebirge, das an sich ist schon surreal. Und auf einmal sind auch massig Touristen vor Ort und wir fragen uns, wo kommen die plötzlich alle her? Da wir unterwegs fast immer alleine irgendwo sind.

Nun ist bald Weihnachten und wir suchen uns ein gemütliches Städtchen in den Bergen. Bernal gilt als ein magisches Dorf und sein Wahrzeichen ist der Monolith. Wir finden einen super schönen Campingspot und bleiben 3 Tage hier. Seit Wochen rede ich davon, dass ich endlich mal wieder schönen Kuchen essen möchte und wie es der Zufall so will, gibt es hier eine Bäckerei mit richtig tollen Köstlichkeiten. Dann gönnen wir uns noch eine Flasche Rotwein und somit ist unser 24. Dezember gesichert. Bernal ist ein wirklich schöner Ort und obwohl es viele Menschen anlockt bleibt es sehr gemütlich. Perfekt für Weihnachten.

Achja, nun geht’s weiter Richtung Mexiko City. Die Autobahn ist mal echt anstrengend zu fahren. Und dann werden wir von der Polizei rausgezogen. Angeblich sind wir in ner 80 km/h Zone zu schnell gefahren, komischerweise wurde der Bus vor uns nicht angehalten. Der Polizist will alle Papiere sehen, wir zeigen aber nie die Originale, sondern nur Kopien. Dann schwafelt er was von morgen bekommen wir die Papiere wieder und wir sollen 6000 Pesos Strafe zahlen. Das sind umgerechnet 350 Euro. Hallo????? Für 5 km/h zuviel????? Neeee, nicht mit uns. Wir diskutieren eine Weile und am Ende drücken wir ihm 1000 Pesos (50 Euro) in die Hand und fahren weiter. Das ist immer noch zu viel, aber wir hatten keinen Bock mehr und wollten weiter. Unser Ziel für den Tag ist ein Trailer Park in Teotihuacan, nicht weit von Mexiko City. Wir merken schnell wieder, Stadt ist einfach nicht unser Ding. Deswegen lassen wir auch Mexiko City komplett aus und schauen uns nur die Pyramiden von Teotihuacan an. Ich (Sandra) war vor genau 9 Jahren schon einmal hier und bin gespannt ob sich was verändert hat.

Diese Tempelanlage ist schon sehr sehr alt und sogar die Azteken haben sie bereits als Ruine vorgefunden. Also geht man davon aus, dass sie von den Maya`s erbaut wurde. Leider findet man nicht mehr allzu viele Informationen über die Geschichte dieser alten Stadt, da die Spanier im 16. Jahrhundert alle Schriftrollen verbrannt haben. So kann man nur noch durch Fundstücke und Malereien so gut es geht die Geschichte etwas beleben. Diese Stadt galt wohl auch als die größte Stadt Amerikas und sogar einer der größten weltweit im Zeitraum von 100 und 650 vor Christus. Als Wahrzeichen gelten die Sonnenpyramide (drittgrösste Pyramide der Welt) und die Mondpyramide. Der Eintritt kostet grade mal 3.50 Euro pro Person. Wir gehen um 7 Uhr in der Früh los und laufen ca. 3 km bis zum Eingang 3. Dort dürfen wir schon vor 8 Uhr den Eingang passieren und haben die ganze Anlage für uns alleine. Denn wir haben gesehen, am Eingang 2 warten bereits etliche Reisebusse auf die Öffnung vom Tor. Glück gehabt. Wir staunen auch über die tollen Heißluftballons, die bei Sonnenaufgang über die Pyramiden schweben. Die ganze Anlage ist wirklich sehr imposant.

Unser RV Park ist leider etwas schmuddelig, da es viele Hunde gibt und die natürlich überall ihr Geschäft erledigen. Es stinkt auch ganz schön dolle….Wir sind froh, wenn wir da weg kommen.