Lebendige Erde

Wir alle wissen, dass unter unseren Füssen nicht nur totes Gestein liegt, sondern dass die Erde unter unseren Füssen lebt. Wir haben einen Ort besucht an dem man das in jedem Augenblick spürt, den Yellowstone National Park in Wyoming, USA.

Der Yellowstone ist einer der größten Vulkane der Welt. Das Magma liegt hier nur wenige KM unter der Erdoberfläche.

Diese oberflächennahe Magmakammer hat bereits drei mächtige Vulkanausbrüche in der Yellowstone-Region geschürt. Der erste geschah vor etwa 2,1 Millionen Jahren, gefolgt vom Zweiten vor 1,3 Millionen Jahren und vom Dritten vor 640.000 Jahren.

Diese Eruptionen schleuderten vulkanische Asche über einen Großteil des Festlandes der USA. Lavaströme rissen Krater auf. Dieses Magma liefert noch immer die Wärme, die für die hydrothermalen Erscheinungen des Parks nötig sind.

Doch welches sind diese hydrothermalen Erscheinungen genau?

Als erstes einmal die Geysire:

Jeder, der schon einmal etwas vom Yellowstone National Park gesehen hat, kennt bestimmt das Bild der riesigen in die Höhe schießenden Geysire. Doch wie entstehen sie?

Geysire benötigen zuerst einmal große Hitze, reichlich Wasser und eine Verengung im unterirdischen Bruchsystem. Von Niederschlag stammendes Wasser sickert tief in die Erde ein. Wenn es auf heißes Gestein trifft, überhitzt sich das Wasser und steigt durch Risse und Schwachstellen im Gestein nach oben. An einer Engstelle im Bruchsystem wird das heiße Wasser eingeschlossen. Es Bauen sich Druck und Hitze auf. Eingeschlossene Dampfblasen bewegen sich so heftig, dass sie das Wasser durch die Verengungen pressen. Dadurch wird der Druck freigegeben, wobei das Wasser im System zum großen Teil verdampft. Enorme Mengen von Dampf pressen das restliche Wasser aus der Öffnung des Geysirs.

Wir könnten dieses Spektakel nicht nur beim weltbekannten Old Faithfull Geysir und bei vielen Kleineren erleben sondern hatten auch das unglaubliche Glück am Tag seines Ausbruches beim Steamboat Geysir zu sein. Der Steamboat Geysir ist der derzeit größte Geysir der Welt mit einer Höhe von bis zu 90 Meter. Das Besondere daran einen großen Ausbruch zu sehen ist das zwischen zwei großen Ausbrüchen bis zu 50 Jahre liegen können und der letzte war 2-3 Monate bevor wir dort waren. Also kann man wirklich von Glück sprechen…

Als nächstes kommen die heißen Quellen. Ich muss sagen man glaubt man ist auf einem anderen Planeten. Das solche farbenprächtigen Wasserlöcher natürlich sein können kann man kaum glauben.

Diese Tausenden von heißen Quellen sind wie Grübchen in der Landschaft des Parks verstreut. Vom großen Blauen Becken der Grand-Prismatic Quelle bis hin zu namenlosen Pfützen in der Größe von Hufspuren stellt jede Quelle eine einzigartige Reise von heißem Wasser dar. Wasser, dass hauptsächlich von Regen und geschmolzenem Schnee stammt, sickert tief in die Erde und wird überhitzt. Nun beginnt es seine Rückreise, indem es durch Risse und Sprünge im Gestein wieder an die Erdoberfläche steigt. Die unterirdischen Brüche von heißen Quellen sind offen, sodass das heiße Wasser frei zur Oberfläche zirkulieren kann.

Die unterschiedlichen Farben der heißen Quellen kommen sowohl von im heißen Wasser gelösten Mineralien als auch von Mikroben und Bakterien.

Dann hätten wir noch die Schlammtöpfe. Diese Hydrothermalsysteme scheinen gut geeignet für die Kulisse eines Science-Fiction Filmes zu sein. Ein Schlammtopf ist ein natürlicher Wasserbad-Erhitzer. Regen, Schnee und kondensierter Dampf sammeln sich in Oberflächenvertiefungen. Unterhalb der Vertiefungen wird das angesammelte Wasser durch Dampf und andere Gase von kochendem Wasser unter der Oberfläche erhitzt. In der Regel ist dabei auch Schwefelwasserstoffgas (H2S) vorhanden. Im heißen Wasser lebende Mikroorganismen wandeln den Schwefelwasserstoff in Schwefelsäure um.

H2S + 2 O2 –> H2SO4 (Sorry da geht der Chemieverrückte mit einem durch…)

Die Säure zersetzt das umgebende Gestein und bildet so heißen, zähflüssigen Schlamm.

Und zu guter Letzt haben wir dann noch die Dampflöcher. Dampflöcher auch Fumarole genannt, machen sich häufig akustisch bemerkbar, bevor man sie sehen kann. Manchmal klingen sie wie zischende Teekessel, während andere ein tiefes Brummen von sich geben. Die Dampflöcher des Roaring Mountain konnte man kilometerweit hören. Die Geräusche stammen von Gasen die durch Öffnungen entweichen.

Das unterirdische Bruchsystem eines Dampfloches reicht bis in heiße Gesteinsmassen hinein, jedoch enthält es nur wenig Wasser. Die begrenzte Wassermenge wird bereits zu Dampf, bevor sie die Oberfläche erreicht. Der Dampf tritt mit einem unheimlichen Geräusch und einer substanzlosen Form aus.

Das sind die vier Möglichkeiten die Lebendigkeit der Erde unter unseren Füssen zu sehen, riechen, hören, fühlen und zu schmecken. Also ein Erlebnis für alle Sinne.

Doch all das ist nicht selbstverständlich denn jedes Jahr treten im Yellowstone Tausende von Erdbeben auf. Die meisten so klein, dass man sie nicht spürt. Erdbeben beeinflussen aber die hydrothermalen Erscheinungen im Yellowstone sowohl auf positive als auch negative Weise.

Zum einen tragen sie zum Erhalt der Geysire, wie dem Old Faithfull bei, indem sie das unterirdische System offen halten. Ohne kleine, regelmäßige Erschütterungen würden sich mineralische Ablagerungen ansammeln und möglicherweise die unterirdischen Brüche verschließen. Andererseits können Erdbeben aber auch das Eruptionsmuster und die Eruptionshäufigkeit verändern oder sogar das empfindliche Netz von unterirdischen Brüchen ganz zerstören.

 

Also wer kann nichts wie hin zu diesen wunderbaren Plätzen.

Wer keine Zeit hat darf uns gerne etwas in unserem Fressnapf hinterlassen das wir euch auch weiterhin zu diesen wunderbaren Plätzen mitnehmen können. 😉 Danke!!!

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