Dia de Muertos

Wir haben nun das Glück, das wir diesen ganz besonderen Tag in Mexiko miterleben dürfen. Hier auf der Baja California wird es aber weniger traditionell gefeiert wie z.B. in Mexico City oder den umliegenden Staaten Mexikos. In Cabo Pulmo zum Beispiel wird Halloween gefeiert darauf mehr Wert gelegt. Obwohl die beiden Feiertage verwandt sind, unterscheiden Sie sich doch gewaltig voneinander. Halloween ist eher als düstere, finstere Nacht des Schreckens bekannt, während man am Dia de Muertos über mehrere Tage ein farbenfrohes Fest zelebriert. Es ist ein Fest vorspanischen Ursprungs um die Toten zu ehren und seinen Respekt auszudrücken. Es werden Kostüme angezogen, man schminkt sich, es werden Festumzüge veranstaltet wo man tanzt und singt und zu guter Letzt werden Gaben zu den Verstorbenen gebracht, wie zum Beispiel das Lieblingsessen derer, Spielzeug, Familienfotos, Blumen oder Kerzen. Man macht sogar ein Picknick auf dem Friedhof, was für viele etwas komisch klingen mag. Es gibt viele Rituale, die man als Außenstehender nicht sofort verstehen kann. Je mehr man sich aber hineinversetzt, umso faszinierender wird es für einen. Sogar die UNESCO hat dieses Fest im Jahre 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Das Herzstück der Feierlichkeiten ist aber ein Altar, der entweder zu Hause oder auf dem Friedhof aufgebaut wird. Diese sollen die Geister der Toten willkommen heißen, daher sind sie reichlich mit den oben genannten Gaben bestückt. Es werden Blumen vom Altar bis zum Grab gestreut. Diese sollen den wandernden Seelen ihren Weg zurück zur Ruhestätte zeigen. Räucherkerzen dienen dazu Lob und Gebete zu übertragen und den Bereich um den Altar zu reinigen. Die sogenannten Calaveritas (Schädel) repräsentieren je einen Toten. Im späten 18. Und frühen 19. Jahrhundert wurde dieses Wort oft für kurze, humorvolle Gedichte verwendet. Sie dienten als Grabinschriften, die in Zeitungen erschienen sind und sich über die Lebenden lustig machten. Noch heute werden solchen Calaveras in Form von satirischen Gedichten im Radio oder TV vorgetragen.  Daraus entstand im frühen 20. Jahrhundert die Calavera Catrina. Ein mexikanischer Karikaturist und Kupferstecher (José Guadelupe Posada) kreierte einen Kupferstich und versah seine Interpretation des Todes mit einem französischen ausgefallenen Hut. So entstand im Laufe der Jahre der gängige Spitzname Catrina für diese Kunstfigur, dass ein Skelett darstellt, ein buntes pompöses Kleid trägt und diesen ausgefallenen Hut natürlich. Schon einige Wochen vor dem Feiertag gibt es in fast jeder Bäckerei das Pan de muerto. Ein süßes Gebäck, meist mit Anissamen, das eine Verzierung schmückt. Diese stellt die Knochen und den Schädel der Toten nach. Die Strassen und Altäre werden mit ganz viel buntem, durchlöchertem Papier geschmückt. Das Papel Picado heisst. Bei der Herstellung werden dutzende Papierblätter übereinandergelegt und mit Hammer und Meißel Muster hineingemacht. Diese Kunstwerke sollen die Zerbrechlichkeit des Lebens und den Wind darstellen.

 

Die Geschichte einer alten Tradition

Tatsache ist wohl, niemand entkommt dem Tod.

Trotz des Schmerzes, den er verursacht haben die indigenen Völker es als Stadium betrachtet, indem man sich freuen sollte, da der Tod nur ein Symptom dafür ist, dass es Leben gibt. Damit die Seelen jedoch ihre Reise antreten konnten, waren die Lebenden dafür verantwortlich sie in die Ferne durch ein Ritual zu begleiten. Der Tod wurde mit Schreien der älteren Frauen der Gemeinde angekündigt. Dann wurde der Verstorbene mit seinen persönlichen Gegenständen verhüllt. Danach wurde der Körper mit Delikatessen gefüttert. 4 Tage vergingen bis die Toten nun zum Begraben oder Eincremen gebracht wurden. Von da an begann ihre Reise. Prunkvolle Zeremonien wurden jedes Jahr vier Jahre lang abgehalten an dem Ort wo die Asche sich befand oder der Körper des Verstorbenen. Dieses Ritual half den Seelen sich auszuruhen und den Angehörigen den Schmerz des Verlustes besser zu verarbeiten. Mit den Jahren wurde diese Tradition durch die Ankunft der europäischen Bevölkerung neu erfunden bis zu dem Ritualkomplex, wie wir es heute kennen.  

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