Big Island - Hawaii

Nach 2 Monaten auf der Baja California sind wir nochmals in die USA eingereist. Das hat folgende Gründe. Erstens haben wir vor ein paar Wochen ganz spontan entschieden, wir könnten doch eigentlich noch nach Hawaii fliegen von San Diego aus. Also haben wir uns mal informiert und schlau gemacht was denn das so kosten würde. Wir haben Flüge verglichen und nach Hotels geschaut. Am Ende haben wir bei Alaska Airlines einen günstigen Flug nach Big Island, die größte und jüngste Insel von Hawaii, gebucht. Zudem haben wir ein uriges AirBnB gefunden als Unterkunft und einen Mietwagen für die 10 Tage arrangiert. Das einzige Problem an der Sache war, ob uns die Amerikaner nochmals in ihr Land einreisen lassen nach 2 Monaten Mexiko. Davor hatten wir etwas Bammel. Aber am Ende ging alles super flott und ohne Probleme. Der zweite Grund war, wir haben einen Anbau an unsere Emma vornehmen lassen. Da wir immer in wärmeren Regionen nachts alle Türen offen haben und alle Kriechtiere und Mücken die Chance haben einfach hereinzukrabbeln und wir vor Hitze immer eingegangen sind, wollten wir noch ein Dachzelt installieren lassen auf unserem Dachträger. Also sind wir wieder nach El Cajon gefahren, die Stadt nahe San Diego, wo uns eine Werkstatt das Zelt bestellen konnte und auch gleich montiert hat. Nun haben wir quasi noch ein zusätzliches Zimmer…..grins

Unser Flug nach Hawaii war am 14.11.2019 ab San Diego Airport. Hat alles wunderbar geklappt ohne Verspätung und sonst irgendwas. Die Mietautoagentur hat uns auch noch mit einem Upgrade beglückt. Nun fahren wir einen Geländewagen auf der Insel. Auch nicht übel. Wir sind auch total von unserer Unterkunft fasziniert. Das ist schon fast wie im Urwald. Nachts ist es so laut, dass wir Ohrstöpsel brauchen. Aber irgendwie ist es auch total schön anzuhören, wenn alle Tiere losquaken. Unsere Unterkunft ist in der Nähe von Hilo an der Ostküste von Big Island in Keaau. Tolle Gegend und nicht so touristisch wie an der Westküste bei Kona.

Wir sind super gespannt was uns diese Insel alles erzählen wird.

Tag 1:

Am ersten Tag erkunden wir mal ein wenig das Visitor Center vom Volcano National Park. Wir holen uns Tipps für die besten Wanderungen und erfahren dabei, dass es zurzeit leider keine fließende Lava gibt. Da sind wir schon etwas enttäuscht. Das war mit der Hauptgrund warum wir ausgerechnet auf Big Island sind. Danach fahren wir noch nach Hilo und an ein paar Strände in der Umgebung. Sieht schonmal sehr vielversprechend aus. Wir freuen uns jetzt schon die ganze Insel zu erkunden.

Tag 2:

Tag 2 starten wir mit einer 6.4 km langen Wanderung durch den Krater vom Vulkan Kilauea Iki. Wahnsinn wenn man sich vorstellt, dass man mitten im Vulkan steht. Sieht schon sehr beeindruckend aus. Danach geht’s noch an den großen Kraterrand von diesem Vulkan. Da kann man eine eingebrochene Straße sehen, die vom Rand abgebrochen ist. Ich glaub auf dieser Insel muss man ständig damit rechnen, dass sich der Untergrund in irgendeiner Form verändert. Sogar ganze Dörfer sind nach einem Ausbruch eines Vulkans verschüttet worden von der Lava.

Was uns auffällt, Hawaii ist einfach überall bunt. Es blüht an allen Ecken, die Häuser sind nicht so trist und das satte Grün der Pflanzen passt super in die Vulkanlandschaft. Auch strahlt die Insel eine Ruhe aus, die man gar nicht gewohnt ist. Alles ist viel entspannter. Uns gefällts echt prima hier.

Tag 3:

Am dritten Tag fahren wir nochmals in den Volcano Nationalpark und erkunden ein bisschen die Gegend entlang der Kraterstrasse. Hier sieht man überall gewaltige Lavafelder und Kraterlandschaften. Die Straße führt direkt zum Meer, wo man gut sehen kann, wie die Lava ins Meer geflossen ist.

Ein Stückchen weiter östlich auf der Insel kommt man auch zum jüngsten Lavafeld, das erst 2018 entstanden ist. An der Küste bilden sich dann nach einiger Zeit an manchen Abschnitten tolle schwarzfarbige Strände. Die Farbkombination von dem dunklen Sand und dem türkisenen Meer ist echt einmalig.

Tag 4:

Heute fahren wir mal bis in den Norden der Insel und starten beim Pololu Valley, einem super schönen Tal direkt an der Küste. Schon alleine die Fahrt ist der Hammer. Vorbei an dem Mauna Kea Vulkan, der zum größten Teil unter Wasser sich befindet und im Ganzen der größte Berg der Welt ist, mit rund 10 203 m. Er ist zurzeit nicht aktiv und gilt zu den schlafenden Vulkanen. Sehr beeindruckend diese Gegend mit den ganzen Vulkankegeln und Lavafeldern. Ich habe vorher schon gelesen, dass es auf dieser Seite der Insel oft Regenschauer geben soll. Dies hat sich auch wirklich bewahrheitet. Jeden Tag hatten wir bis jetzt immer mal wieder kurze Schauer und dann wieder Sonnenschein. Richtiges Aprilwetter. Aber irgendwie passt es auch zu dieser Insel. So hat sich das Tal in Nebel eingehüllt und hatte eine total magische Stimmung.

Das gleiche auch bei unserem nächsten Spot. Das Waipi`o Valley. Hier ist das besondere die Straße, die hinab ins Tal an den Strand führt. Diese ist so steil und schmal, dass man nur mit einem Geländewagen hinunter bzw. wieder heraufkommt. Wir haben zum Glück einen Jeep und fahren also mal auf gut Glück hinunter. Wer nicht mit seinem Wagen fahren kann, kommt auch zu Fuß zum Beach. Aber man sollte beachten, dass es sehr sehr steil ist und auch ganz schön weit. Aber man wird mit einem tollen Strand belohnt. Auf der anderen Seite führt noch eine Straße zu einem Wasserfall, aber leider ist dort alles Privatgelände und man kommt nicht bis ganz nah ran.  Trotzdem eine schöne Ansicht.

Die Tage gehen wie im Fluge hier vorüber, weil es einfach soviel zu entdecken gibt. Man sollte auch nicht die Entfernungen unterschätzen. Es ist hier alles etwas gemütlicher hat man den Eindruck.

Zum Schluss gehen wir noch Essen im Suisan Restaurant in Hilo und probieren Poke, ein Nationalgericht aus Hawaii. Das ist roher Fisch in Stücke geschnitten, mariniert wie Salat und wird mit Reis serviert. War echt lecker.

Tag 5:

Heute stehen ein paar Wasserfälle auf dem Programm. Wir fahren wieder Richtung Hilo und noch ein Stückchen weiter an der Ostküste entlang bis wir zum ersten Wasserfall ankommen. Die Akaka Falls. Hier zahlt man 5 Dollar Parkgebühr und kann dann durch das Gelände laufen zu den Wasserfällen. Es gibt zwei dort, wobei man den einen nur von weitem sieht (Kahuna Falls). Auf einem Rundweg kommt man dann zu den großen Akaka Falls. Man steht an einem Geländer und hat einen tollen Blick auf die spektakulären Fälle. Leider kann man aber nicht von unten ran. Das würde das ganze noch toppen.

Die zweiten Wasserfälle auf unserer Tour sind die sogenannten Rainbow Falls. Als wir ankommen regnet es in Strömen, aber ein paar Minuten später ist alles wieder vorbei. So hoffen wir natürlich auf einen Regenbogen, aber leider ist der Himmel so bewölkt, dass die Sonne keine Chance hat durchzuscheinen. Aber trotzdem schön anzuschauen. Auch hier sieht man die Wasserfälle leider nur von einem Aussichtspunkt aus.

Wir versuchen auch in der Umgebung noch andere geheimere Wasserfälle ausfindig zu machen, aber das ist gar nicht so einfach, weil man einfach nicht rankommt oder Privatgelände ist oder die Wege sehr versteckt sind. Schade.

Da es immerzu regnet machen wir uns auf den Weg zu ein paar Lava Höhlen in der Nähe von Hilo. Diese heißen Kaumana Caves. Es kostet keinen Eintritt und man kann einfach hineinspazieren wie man lustig ist. Aber Vorsicht! Es ist stockdunkel und man sollte eine Taschenlampe mitbringen. Zudem kann es auch vorkommen, dass sich Gestein von der Decke löst. Wir sind begeistert von diesem Lava Tube, wie man das hier so nennt. Man kann richtig sehen, wie die flüssige Lava einen Innenraum gebildet hat und nun eine Höhle ist. Man befindet sich quasi mitten in einem Lavastrom. Das macht Eindruck.

Nach unserer Erkundungstour gehen wir noch in Ken`s Pancake House in Hilo essen. Der Besitzer ist sogar der Onkel von Dwayne „The Rock“ Johnson. Es hängen auch im Restaurant ganz viele Fotos von ihm an der Wand. Hier probieren wir noch Loco Moco, eine weitere Hawaiianische Spezialität. Das ist Reis mit einer braunen Bratensoße, einer Frikadelle (ich hatte es mit Fisch) und einem Ei darüber. Hat sehr lecker geschmeckt. So lassen wir gemütlich den Tag ausklingen.

Tag 6:

Am heutigen Tag steht ein großes Programm auf unserem Plan. Wir fahren wieder ganz in den Norden nach Hawi (ca. 2.5h von unserer Unterkunft). Dort befindet sich der Geburtstort von König Kamehameha. Die Straße dorthin, falls man das überhaupt Straße nennen kann, ist mit tiefen Schlaglöchern übersäht und weil es die ganze Nacht geschüttet hat, sind die auch noch schön voll mit Wasser. Da hat sich der Jeep schonmal bewährt. Der ist danach auch nicht mehr weiß, sondern schön braun. Aber Spaß hats gemacht. 😊 Der Platz an sich ist jetzt auch nicht gerade der Hit. Es steht eine kleine Mauer um ein Gelände herum, das wars. Also fahren wir rasch weiter.

Etwas südlich von Hawi erreichen wir eine historische Stätte, den Lapakahi State Park. Dort befindet sich ein altes Dorf (600 Jahre alt) mit noch ein paar Überresten aus der damaligen Zeit. Die Lage an sich ist schon das Highlight dieses Ortes. Schön an der Küste gelegen und eine traumhafte Sicht auf das türkisfarbene Meer.

Da wir heute noch unbedingt schnorcheln wollen gehen wir an einen Beach Park gleich um die Ecke. Den Mahukona Beach Park. Dort ist kein Strand, sondern man kann von einem Steg direkt über eine Treppe ins Meer gelangen. Perfekt zum Einstieg mit Flossen. Wir sehen auch ganz viele bunte Fische und mit der Lava unter Wasser sieht es auch ganz toll aus. Leider haben wir aber keine Meeresschildkröte entdeckt. Aber ein guter Einstieg war es auf alle Fälle.

Ein zweiter Schnorchelspot sollte die Kua Bay werden, da war es aber etwas stürmisch, dass ich Probleme mit meinen Flossen hatte und nicht gut ins Wasser gekommen bin. Dann hat mich eine Welle umgehauen und meine Brille war verschwunden. Christoph hat sie dann zum Glück wiedergefunden. Ich war dann aber nicht mehr so guter Dinge und bin zurück an den Strand.

Wir sind dann lieber weiter Richtung Kona gefahren und haben die Strecke genossen. Es ist einfach wunderschön auf dieser Insel. Unterwegs haben wir die berühmte Painted Church besucht und zu guter Letzt den National Historic Park Pu`uhonua  o Honaunau. Das ist auf jeden Fall auch einen Abstecher wert.

Ein langer Tag geht fast zu Ende. Wir haben die halbe Insel umrundet und haben noch einen Nachtmarktbesuch in Kalapana auf dem Programm. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Dort gibt es lecker Essen an vielen Ständen und viele Künstler und Handwerker stellen Ihre Waren aus zum Verkauf. Eine Live Band spielt und es wird getanzt und einfach fröhlich das miteinander genossen. Eine tolle Stimmung. Dort probieren wir das Hawaiianische Shave Ice zum ersten Mal. Da wird gefrorenes Wasser wie Schnee zubereitet, in einen Becher gefüllt und dann mit den verschiedensten Sirup Sorten je nach Geschmack beträufelt. Schmeckt sehr lecker und ist super erfrischend. Danach fallen wir ins Bett und lauschen den Fröschen, die jede Nacht ein Konzert im Garten veranstalten, bis wir einschlafen.

Tag 7:

Da das Wetter auf der Insel sehr durchwachsen ist und es viel regnet auf der Hilo Seite, weiß man nie was man planen kann an Ausflügen. Heute wollten wir eigentlich die Strände abklappern in Hilo und nochmals auf die Suche nach den Schildkröten gehen. Leider ist es aber sehr stürmisch, sodass wir nur einmal ins Wasser gehen am Carlsmith Beach. Das wurde uns von unserem Vermieter empfohlen. In der Nähe von Hilo Airport gibt es 7 Beach Parks an denen man schwimmen und schnorcheln kann. Alle liegen direkt nebeneinander.  Leider auch diesmal keine Schildi in Sicht. Das liegt aber am Wetter, leider. Wir versuchen es noch an einem anderen Black Sand Beach (Kahena) weiter südlich.  Da schlagen die Wellen noch mehr auf und leider wird es auch somit nichts mit schnorcheln. Sehr schade.

Tag 8:

Einen Punkt gibt es noch auf unserer To do list auf der Insel. Der südlichste Punkt der USA. Dieser liegt nämlich hier auf Big Island. Also los geht’s. Ca. 2h Fahrt liegen vor uns. Dann kommen wir unten an und es ist recht unspektakulär wie wir finden. Nicht mal ein Schild wurde aufgestellt. Nun gut.

Dann geht’s weiter. Nicht weit entfernt kommt man zum Green Sand Beach. Das ist ein Strand mit grünschimmerndem Sand, der aus olivgrünem Quarz entstanden ist, das sich in der Lava befindet. Ich habe schon vorher gelesen, dass der Weg dorthin ca. 4 km eine Strecke beträgt. Also hin und zurück ca. 9 km. Das ist nicht ohne, wenn es auch noch dazu sehr heiß ist. Zum Glück gibt es dort Einheimische, die eine Fahrt mit ihren Geländewagen anbieten. Wir haben zwar einen Jeep, aber ohne Offroad Reifen macht sich das nicht so gut. Wir lassen es uns also nicht nehmen und steigen ein und lassen uns zum Beach fahren. Am Ende die richtige Entscheidung, da der Weg wirklich nicht ungefährlich ist. So hatten wir mega Spaß und es war ein kleines Abenteuer. Der Strand an sich ist leider etwas überlaufen von Touristen. Das gefällt uns dann nicht so. Aber der Ort ist schon schön anzuschauen. Wenn man Glück hat, sieht man wohl auch hier Schildkröten. Zum Baden ist es aber auch sehr wild hier. Sollte man gut aufpassen.

Einen kurzen Zwischenstopp kann man auch noch in Punalu`u einlegen. Das ist ein kleiner Ort im Süden. Wer etwas Essen möchte ist hier genau richtig. Es gibt Food Trucks oder eine örtliche Bäckerei mit vielen Leckereien.

Heil wieder angekommen geht es weiter zum nächsten Beach. Der Whittington Beach Park. Das ist aber eher kein Strand zum Baden, sondern einfach nur zum chillen und die Aussicht aufs Meer genießen. So geht auch Tag 8 schnell zu Ende.

Tag 9:

Es ist Zeit sich langsam zu verabschieden von dieser traumhaften Insel. Wir besuchen vormittags noch eine kleine Kaffeefarm in Kona (Thunder Mountain) und dann heißt es ab zum Flughafen. Wir werden diese Reise aber so schnell nicht vergessen, da wir uns super wohl gefühlt haben und die Menschen einfach toll hier sind. Es herrscht eine super entspannte Stimmung, die man so nicht oft vorfindet auf der ganzen Welt. Wir sind uns fast sicher, das war nicht unser letzter Besuch auf Hawaii.