Belize

Santa Elena (Mexiko) – Grenzübergang

06. Februar 2020 – Wir haben es geschafft!!!! Uns hat es einfach zu gut in Mexiko gefallen, dass wir die Einreise nach Belize um ein paar Tage nochmals verschoben haben. Über den Grenzübergang Santa Elena sind wir dann nach ca. 1.5h in Belize angekommen. Das ganze Grenzprozedere war auch total einfach. Als erstes kam eine Desinfektionsstation für das Auto. Da fährt man einfach durch, zahlt 10 BZD (oder 100 Mex Pesos) und erhält eine Quittung, die man bei der Autoeinfuhr später vorzeigen muss. Dann geht’s weiter zur Mexikanischen Behörde, da fährt man an einem Häuschen vorbei, wo der Reisepass abgestempelt wird und die Einreisekarte eingezogen wird. Weiter geht`s zum Banjercito Office, wo man das Auto wieder abmeldet und sein Deposit zurückbekommt. Das wird direkt wieder auf die Kreditkarte zurück gebucht. Ein paar Fotos vom Fahrzeug werden noch gemacht und der Aufkleber in der Frontscheibe abgenommen. Das war`s von der Mexiko Seite. Ein Stück weiter parkt man sein Auto und wird gleich in das Immigration Büro geführt. Da füllt man das Einreiseformular aus und anschließend zeigt man dies zusammen mit dem Reisepass dem Beamten und bekommt seinen Einreisestempel für 30 Tage. Dies ist für uns kostenlos. Für die Fahrzeugeinfuhr geht es an den nächsten Schalter. Dort wird nur die Quittung für das desinfizieren, der original Fahrzeugschein und Reisepass vom Fahrzeughalter gebraucht. Keine Kopien sind notwendig. Man bekommt einen weiteren Stempel in den Pass für das Fahrzeug. Dann zahlt man bei einem weiteren Beamten 30 BZD oder 300 Mex. Pesos und fährt durch eine Schranke, wo nochmal alles geprüft wird und zack ist man in Belize. Nicht mal unser Auto wurde durchsucht nach Obst und Gemüse, was man eigentlich nicht einführen darf. Man kann zudem auch in 3 Währungen zahlen, Belize Dollar (BZD), USD oder Mex. Pesos. Was uns noch fehlt ist eine KFZ-Versicherung. Die gibt es einen Block weiter. Ein netter Mann stellt uns innerhalb weniger Minuten eine Police aus und zack sind wir weitere 60 BZD (oder 600 Mex. Pesos) los und sind 30 Tage abgesichert. Nun kann es endlich los gehen. Was uns sofort auffällt, der Baustil ist schon total anders als in Mexiko. Jeder hat uns erzählt, dass Belize sich sehr unterschiedet von den anderen Ländern in Zentralamerika. Wir haben immer gedacht, warum? Es ist doch eingegrenzt von Mexiko und Guatemala, warum soll es so anders sein? Lassen wir uns mal überraschen. Die Leute sind jedenfalls schonmal super freundlich.

Unser erstes Ziel ist nicht allzu weit nach der Grenze. Uns verschlägt es nach Orange Walk Town. Einer kleinen Stadt am Lamanai River. Wir übernachten direkt am Fluss neben einem kleinen Resort auf der Wiese. Richtig gemütlich hier. Hier ist der Ausgangspunkt für eine Bootstour auf dem Fluss zu den berühmten Lamanai Ruinen. Diese Mayastätte gehört zu den am längsten kontinuierlich besiedelten Stätten mit einer Besiedlungsdauer von rund 3000 Jahren. Belize ist aber im Verhältnis zu den anderen Lateinamerikanischen Ländern super teuer, deshalb werden wir genau überlegen, was wir hier für Touren mitmachen. Aber schon alleine hier am Fluss zu sitzen und die ganzen Vögel und Leguane zu beobachten ist schon klasse.

Am nächsten Morgen zieht es uns ein paar Kilometer weiter nach Crooked Tree. Auch dort finden wir einen gemütlichen Stellplatz direkt neben dem Fluss. Das Örtchen erkunden wir dann zu Fuß und müssen feststellen, dass die Leute hier richtig gechillt leben. Uns erinnert es sehr an die Südstaaten in den USA. Da hat es uns auch schon sehr gefallen.

Eine Attraktion in Belize ist der weltbekannte Belize Zoo. Seine Geschichte ist wirklich interessant, da es sich um eine Auffangstation für Tiere handelt, die im Laufe der Jahre immer grösser wurde. Nun leben 125 Tierarten (nativ Belize) in diesem natürlich gehaltenen Zoo. Er dient nun dazu, den Menschen ihre Heimat und Tierwelt näher zu bringen und zu verstehen, dass man diese Tiere schützen muss. Alle Tiere wurden sozusagen vor dem Tod gerettet. Ich muss dazu sagen, dass wir sonst keinerlei Zoo`s gut finden, aber dieser ist schon speziell und lohnenswert.

Da Belize am karibischen Meer liegt, ist es für uns ganz klar, wir müssen an die Küste. Also geht es nach Hopkins, einem kleinen Küstenort. Aber irgendwie gefällt es uns dort nicht so wirklich und wir verlassen bereits am nächsten Tag diesen Ort und fahren weiter nach Placencia. Hier stellen wir fest, dass es ganz schön exklusiv zugeht. Hier befinden sich Luxushotels und Wohnanlagen, die meist von Amerikanern besucht werden. Wir finden ein kleines hübsches Hotel, wo wir auf dem Parkplatz übernachten dürfen und dafür alle Annehmlichkeiten wie Pool und Liegestühle am Strand benutzen können. Als Gegenleistung muss man einmal pro Tag im Restaurant essen.  Das finden wir voll ok und quartieren uns mal ein paar Tage ein. Eine Schnorchel Tour stand eigentlich auch auf unserer To-Do Liste von Belize, aber es ist einfach 3-4 fach so teuer wie in Mexiko. Ich habe zwar immer noch keine Meeresschildkröte gesehen, aber ich hoffe auf ein anderes Land, indem ich noch die Chance dafür bekomme.

Wir tuckern weiter Richtung Inland in das Cockscomb Wildlife Reserve, bekannt auch als einziges Jaguar Reserve. Tief im Dschungel leben hier ganz viele verschiedene Tiere, natürlich auch der Jaguar. Aber diesen sieht man eher selten. Was die anderen Tiere angeht, sollte man entweder sehr früh bei Sonnenaufgang los oder eine Nachtwanderung machen. Es gibt diverse Wanderrouten, die man mit einem Guide oder auch alleine bezwingen kann. Wir entscheiden uns ohne Guide einen Trail zu einem Wasserfall und einem Aussichtspunkt zu machen (Ben`s Bluff trail). Es sind zwar nur 4 km, aber die haben es in sich. Es geht steil nach oben und die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass man fast am umkippen ist. Viel Wasser trinken hilft auf alle Fälle. Oben angekommen, wird man dafür mit einer fantastischen Aussicht belohnt. Da hat sich jede Anstrengung gelohnt und wir sind auch ein wenig stolz drauf. Beim Abstieg stoppen wir dann beim Wasserfall und hüpfen ins klare Wasser. Was für eine schöne Abkühlung. Ein weiterer kurzer Trail (nur 200m) führt zu einem Flugzeug Wrack. Das wurde aber nur hierher verfrachtet und ist nicht die eigentliche Absturzstelle von Jaguar Forschern, die die Jaguar Population erforschen wollten. Alle 3 Insassen haben aber überlebt.

Da wir noch Zeit haben an diesem Tag, fahren wir noch ein Stückchen weiter in den Mayflower Nationalpark. Ein weiteres Naturreservat mitten im Dschungel. Dort können wir auf einer Wiese stehen zum Übernachten und am nächsten Morgen in aller Früh unseren nächsten Trail zu einem Wasserfall angehen. Es gibt wohl 7 verschiedene Wasserfälle in dem Park, aber der Antelope Waterfall soll der schönste sein. Also los geht`s. Man hat uns schon gewarnt, dass es ein sehr steiler Aufstieg sein soll. Ach was, denken wir, schlimmer wie gestern kann`s ja kaum werden. Hmmm, falsch gedacht! Wir hangeln uns an Seilen ganz nach oben und müssen richtig klettern. Die Hitze macht uns auch wieder zu schaffen, aber wir geben nicht auf. Nach ca. 45 Minuten haben wir es geschafft und werden wieder mit einem schönen Wasserfall Pool zum Eintauchen belohnt. Jeder Meter, auch wenn er anstrengend war, hat sich gelohnt. Sogar ein paar Tiere haben wir gesehen. Wenn auch fast ausschließlich nur Vögel, aber die sind hier richtig farbenprächtig und geben Laute von sich, das man nur so staunen kann. Ein toller Ausflug.

Auf der Fahrt Richtung Belmopan, was übrigens die Hauptstadt von Belize ist, auch wenn Sie nicht danach aussieht, kommen wir an einer Hot Sauce Fabrik vorbei. Hier kann man eine kleine Tour machen und in einem Fabrikshop diverse Produkte richtig günstig einkaufen. Die Gründerin heißt Mary Sharp und kreierte das Rezept zu Hause in der Küche. Viele fanden es so toll, dass sich daraus ein weltweites Geschäft entwickelt hat. Es gibt 14 verschieden scharfe Saucen, die bis nach Japan und auch Europa verschickt werden. Außerdem werden Fruchtweine, Säfte und Marmeladen verkauft. Nach einer kleinen Verkostung haben wir natürlich auch ein paar Sachen zum probieren eingekauft. Lecker!

Unser nächster Camp Spot ist eine Rock Farm. Ein Bird Rescue Center mit Gästehaus. So finanzieren sich die Besitzer die Auffangstation. Manche Tiere werden wohl in einem sehr schlechten Zustand hierhergebracht und wieder aufgepäppelt. Wir dürfen wieder auf einer Wiese stehen und zu unserem Glück befindet sich hier ein Fluss mit richtig klarem Wasser, indem man sich ab und zu einfach abkühlen kann. Nach ein paar Wochen im Dschungel sieht man uns das auch langsam an, wir sind total zerstochen von Moskitos und anderen kleinen Mücken. Das ist der Nachteil hier und manchmal ganz schön nervig!

Von hier aus kann man etliche Ausflüge ins Umland unternehmen. Eine halbe Stunde von uns entfernt liegt der Blue Hole Nationalpark. Nicht zu verwechseln mit dem Great Blue Hole im Karibischen Meer. In diesem Nationalpark befinden sich mehrere Höhlen und eine Cenote, die als Blue Hole bezeichnet wird. Eine Höhle, die St. Herman`s Cave kann man ohne Guide besuchen, aber nur bis zu einem gewissen Punkt, wenn man weiter rein möchte, dann nur mit Guide. Für 8 BZD pro Person entscheiden wir uns für die Tour ohne Guide und hüpfen danach noch ins kühle Wasser vom Blue Hole. Eine Taschenlampe kann man sich vor Ort ausleihen und schon geht`s los in die Höhle. Ein paar Treppenstufe geht es abwärts bis man einen großen Eingang entdeckt. Lampe an und rein mit uns. Ein Fluss führt entlang der Höhle und man sieht ein paar Felsformationen. Ganz nett, aber umhauen tut uns diese Höhle nicht wirklich. Das Blue Hole ist auch nichts im Vergleich zu den anderen Cenoten, die wir auf Yucatan schon besucht haben. Aber eine Erfrischung bietet sie allemal.

Als nächstes verschlägt es uns nach Spanish Lookout, ein Ort, mit rund 2000 Einwohnern. Hier haben sich 1958 etwa 75 Mennoniten- Familien angesiedelt. Das ist so etwas ähnliches wie die Amischen Gemeinden in den USA. Heutzutage leben diese Menschen aber auch schon viel moderner in Spanish Lookout als vor ca. 10 Jahren noch. Früher lebten diese Familien hauptsächlich vom Anbau und Verkauf von Gemüse. Seit 1980 ist die Geflügelproduktion und Milchwirtschaft sowie Rinderzucht ihre Haupteinnahmequelle. Auch auf weitere wirtschaftliche Lücken, wie Möbelbau, Autoteileindustrie, Reifenhandel und Hausbau haben sich die Mennoniten spezialisiert. Da Belize noch ein sehr junges Land ist, hat es auch genau solche Sachen nötig. Es kommen sogar viele Kanadier nach Belize um der Bevölkerung beim Aufbau zu helfen. Diese werden sogar von der Regierung unterstützt. So können durch die Entstehung neuer Betriebe, wie z. B. Bäckereien, neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wirklich schön anzusehen, wie man sich gegenseitig unter die Arme greift. Natürlich gibt es auch Kriminalität in Belize, da es auch oft Alkohol und Drogenmissbrauch gibt. So wie in jedem anderen Land auch. Wir haben uns wirklich sicher hier gefühlt und die Menschen waren immer freundlich und kommunikativ.

Da es wirklich tolle Höhlen in Belize gibt und diverse Tourenanbieter dafür, haben wir uns nicht für die ATM Cave entschieden, aber dafür geht es zur Barton Creek Cave. Ganz bequem per Internet haben wir in San Ignacio bei Explore Inland Tours gebucht. Eine stolze Summe von 85 USD pro Person (ca. 70 Euro) mussten wir für diese Halbtagestour hinblättern. Ganz früh am Morgen sind wir dann von Belmopan nach San Ignacio gefahren (ca. 45 min). Von dort aus ging es mit 6 weiteren Touristen und 2 Guides zur Höhle. Auch hier eine Schotterpiste, die es in sich hat und eine kleine Flussdurchfahrt. Schon alleine die Fahrt ist abenteuerlich. Nach ca. 1h erreichen wir die Höhle und mit einem Kanu geht es dann ca. 1km tief in die Höhle rein. Auch hier werden Lampen und Schwimmwesten bereitgestellt. Noch kurz zur Höhle an sich. Diese ist ca. 8km lang und der Fluss führt durch ein unterirdisches Reich, dass von den Maya`s als Verbindung zur Unterwelt genutzt wurde. Dort fanden regelmäßig Rituale statt, bei denen Menschen und sogar Kinder geopfert wurden. Damals galt es als Privileg geopfert zu werden. Insgesamt fanden Wissenschaftler 28 menschliche Überreste und Tongeschirr, dass ebenfalls für Opfergaben galt. Die Höhle ist richtig richtig schön und man spürt richtig die Energie darin. Eine tolle Tour, die wir aber trotzdem für viel zu überteuert empfinden. Aber das sind alle Touren hier in Belize. Es gibt so schöne Sehenswürdigkeiten, für die sich jede einzelne Tour lohnen würde. Wir haben uns für die eine entschieden und waren sehr zufrieden.  

Das war`s auch schon mit unserer Belize Reise und wir freuen uns auf das nächste Land! Daaanke schönes Belize!