Baja California

Tecate – Grenzübergang

Wir haben uns entschlossen den kleinen Berggrenzübergang von USA nach Mexico in Tecate zu nehmen, da wir in anderen Blogs gelesen haben, das es dort sehr unkompliziert und schnell gehen soll. Und so war es auch.  Wir haben für die ganze Prozedur ca. 40 Minuten gebraucht und haben nun ein Visum für 180 Tage Mexico. Das hat uns 32 USD pro Person gekostet. Für Emma haben wir vorher per Internet eine Versicherung abgeschlossen bei San Diego Sanborns Issurance. Das war auch ganz unkompliziert per E-Mail-Kontakt in Englisch. Es gibt da verschiedene Möglichkeiten, was jeder dann für sich entscheiden muss, was ihm wichtig ist zu versichern. Die nächste Herausforderung war, eine SIM Karte zu besorgen. Da hatten wir uns vorher auch schon etwas schlau gemacht und haben direkt in Tecate den nächsten Telcel Telefonladen aufgesucht. Zum Glück konnte die Verkäuferin etwas englisch, sodass wir auch nach ein paar Minuten glücklich mit einer mexikanischen Telefonnummer weiterfahren konnten.  

Da wir uns schon ein paar Ziele auf der Baja California rausgepickt haben, fahren wir erstmal ein Stückchen südlich und legen den ersten Stopp in La Bufadora ein auf einem tollen Aussichtspunkt. Dort kann man günstig über Nacht stehen und eine Toilette mit Schöpfeimer gibt es auch. Was braucht man mehr. 😊 Wir laufen auch gleich mal eine Runde in dem Örtchen rum auf der Suche nach was zu Essen. Dann wundern wir uns schon das soviel los ist hier. Dann haben wir mal gegoogelt und es war Feiertag in Mexico (Unabhängigkeitstag). Lecker Essen gibt es hier überall. Und auch der Tequila schmeckt viel besser als bei uns.  

Dann ging es weiter südlich nach Camalu zum halbfertigen Hotel La Cueva del Pirata. Dort gibt es Stellplätze an der Küste mit Wasser und Stromanschlüssen und man für ca. 2 Euro Aufschlag ein Zimmerschlüssel bekommen wo man duschen kann und die Toilette benutzen darf. Ein Restaurant befindet sich auch gleich dort, was aber nicht so besonders ist. Auch eine sehr schöne Location.

Ein bisschen Umstellung zu USA ist es hier schon, obwohl die Amerikaner alle sagen, dass die Baja California noch mehr an USA erinnert als an Mexiko. Da haben wir aber einen anderen Eindruck. Ganz im Süden soll es wohl dann etwas anders sein, aber wir finden es schon sehr anders im Vergleich zur USA. Auch an die Einkaufsmöglichkeiten muss man sich erstmal gewöhnen und dass man nicht mehr überall mit Kreditkarte zahlen kann. Hier gilt: Besser haben als brauchen. Wir sehen auch nicht viele Touristen. Stehen teilweise alleine am Strand, was es besonders macht. An was wir uns auch noch gewöhnen müssen, sind die Militärstationen alle paar hundert Kilometer. Hier wird man gefragt warum man hier ist und wohin es gehen soll und einen kurzen Blick ins Auto geworfen. Das war es meistens. Aber wenn man die bewaffneten Jungs da so sieht ist es schon ein komisches Gefühl. Aber bis jetzt waren alle immer sehr freundlich.

Bahia de Los Angeles

Unser erstes richtiges Ziel ist Bahia de Los Angeles. Ein kleines Örtchen an der östlichen Seite der Baja am Golf von Kalifornien (Sea of Cortez). Die Strecke dorthin ist schon landschaftlich einzigartig. Ich habe schon als kleines Kind Kakteen gesammelt. Nun bin ich im Kakteenschlaraffenland gelandet. Echt wahnsinnig schön. Auch eine Besonderheit sind die riesigen Steine, die auf einmal überall liegen, als ob ein Riese damit gespielt hat. Und ein paar Kilometer weiter ist davon nichts mehr zu sehen. Da fragt man sich manchmal was es denn für kuriose Dinge in der Natur gibt und wie das entstanden ist?

Unser Stellplatz ist diesmal eine Ecocamp. Der Besitzer ist sehr freundlich und spricht super englisch. Wir stehen direkt am Meer mit einer eigenen Strandhütte (Palapas genannt). Es gibt Duschen und Toiletten auf dem Gelände. Wer mag kann auch eine Ferienhütte mieten. Eine richtig schöne Anlage. Wir bekommen auch die Gelegenheit mit dem ansässigen Tauchshop (Ricardos) eine Bootstour zu machen und mit dem größten Fisch der Welt, dem Walhai zu schnorcheln. Insgesamt waren wir nur 5 Leute und konnten 4h auf dem Wasser genießen. Und das für gerade mal 35 Euro pro Person, da merkt man schon den Unterschied zu Kanada/USA Preisen.

Mulegé

Nachdem wir drei tolle Tage am Strand hinter uns haben, zieht nun ein Tropensturm über die Baja California und wir flüchten kurz in ein Hotel in Mulegé, da wir uns damit noch nicht so auskennen und nicht gleich in der ersten Woche vom Strand gespült werden wollen.

Am nächsten Tag ist aber alles wieder vorbei und wir können an den nächstgelegenen Strand fahren zur Playa Buenaventura an der Bahia de Concepcion (so heißt diese Bucht). Einem kleinen Beach mit nettem Restaurant und einer netten Besitzerin, die perfekt englisch spricht. Zum Schnorcheln gibt es hier aber nicht viel zu sehen, also bleiben wir nur einen Tag und machen uns weiter auf den Weg Richtung Süden.

Loreto

Etwa 90 km südlich kommen wir in das nette Städtchen Loreto. Es liegt direkt am Meer und von hier kann man Ausflüge zu den Inseln in der Umgebung unternehmen. Das Örtchen an sich ist auch richtig schön. Man fühlt sich hier recht wohl. Die Leute sind alle super nett und es gibt überall lecker Essen. Bis jetzt der schönste Ort wie wir finden. Wir buchen bei der Agentur Land and Sea eine fünfstündige Bootstour zur Insel Coronado. Hier kann man mit den Seelöwen schnorcheln gehen. Das wollte ich unbedingt einmal erleben. Wir sind zu viert plus der Kapitän Toni. Ein lustiger Mexikaner, der wirklich Freude an seinem Job hat. Mittagessen war auch im Preis enthalten, sowie den Eintritt für das Naturreservat. Wir haben 50 Euro pro Person dafür gezahlt und hatten wieder ein tolles Erlebnis mit Tieren und einen einsamen Strand. Kann man nur empfehlen.

La Paz

Weiter geht die Fahrt ca. 350 km in Richtung La Paz. Eines muss man mal sagen, die Straßen sind richtig gut bis jetzt und das Fahren ist somit wenigstens nicht so anstrengend. Trotzdem sind es von Ort zu Ort doch längere Strecken als man denkt. Kurz vor La Paz haben wir einen schönen RV Park gefunden in iOverlander (Campestre Maranatha), mit Pool und einem netten Café, wo es gutes Internet gibt. Das findet man hier nämlich selten. Da wir auch gerade eine kleine Pechsträhne haben was Emma angeht, nutzen wir die Gelegenheit und recherchieren ein wenig, wo wir unseren Steinschlag an der Frontscheibe reparieren lassen können und unsere Dachbox hat beim Ausparken leider einen Totalschaden erlitten und muss auch irgendwie ersetzt werden. Gar nicht so einfach hier, wenn man nicht weiß wo man hingehen soll und dann noch alles auf Spanisch. Drückt uns die Daumen, dass wir alles hinbekommen.

Die Zeit nutzen wir auch um die Gegend etwas zu erkunden. Hier werden auch verschiedene Bootstouren angeboten. Man kann zu verschiedenen Inseln fahren, auch mit Walhaien und Seelöwen schnorcheln und tauchen. Was wir aber festgestellt haben ist, zum einen ist es viel teurer hier und es fahren viel mehr Boote zu den Inseln. Das heißt, man muss das Erlebnis wieder mit mehreren Touristen teilen. Das sagt uns dann nicht so zu und wir entscheiden uns dagegen. Einen Tag fahren wir ca. 40 km die Küste entlang zum Balandra Strand. Es ist wunderschön dort, aber leider auch wieder viele Leute. Also im Verhältnis zu anderen Teilen auf der Baja California. La Paz ist nun mal die Hauptstadt und hier herrscht eher ein amerikanischer Einfluss als ein mexikanischer. Trotzdem eine nette Stadt und wir haben ja einen tollen Campingspot und chillen einfach ein paar Tage.

Cabo Pulmo

In La Paz konnten wir nun bei einer Offroad Werkstatt eine neue Dachbox in Auftrag geben und wir haben noch etwas anderes geplant, was wir euch dann zu einem späteren Zeitpunkt zeigen werden, wenn es soweit ist. Die Tage bis die Box fertig ist nutzen wir und fahren ganz in den Süden der Baja nach Cabo Pulmo. Das ist nur ein kleiner Ort, an dem die Leute früher nur von Fischfang gelebt haben, bis das ganze Gebiet durch Hurrikans und Überfischung so viel Schaden genommen hat, dass man sich 1995 dazu entschlossen hat, einen Nationalpark zu errichten. Das hat sich auch gelohnt, denn heute zählt dieses Gebiet zu den fischreichsten Gewässern der Welt. Zahlreiche Tauchschulen haben hier ihren Platz. Davon lebt dieser Ort heutzutage. Wir fahren noch ein Stückchen weiter zur Playa Los Aborlitos. Hier lebt eine Familie, die eine Ranch betreibt und den Strand quasi mitbeaufsichtigt. Hier kann man sich für 3 Euro pro Person über Nacht hinstellen und es gibt Toiletten und Duschen. Alles super einfach gehalten, aber es tut seinen Zweck. Direkt vor der Tür hat man dann verschiedene Badebuchten, wo man ausgiebig schnorcheln kann. Wir hatten leider nicht so tolles Wetter, es war sehr bewölkt und hat teilweise geregnet. Deshalb war das Wasser sehr trüb und wir konnten nicht viel sehen. Außerdem war es windstill und somit hatten wir eine kleine Mückenplage. Das war etwas unangenehm. Deshalb haben wir auch einen Tag früher als geplant den Abflug gemacht und sind wieder zurück nach La Paz gefahren, um einiges zu erledigen.

La Paz die 2.

Wie gesagt, so getan. Dachten wir jedenfalls. Aber es kommt ja immer alles anders wie geplant. Uns hat es für ein paar Tage außer Gefecht gesetzt, da wir Magen Darm hatten. Das war sogar so schlimm, dass wir ins Spital gegangen sind und wir Medikamente bekommen haben. Das Projekt mit unserer Dachbox ging auch sowas von in die Hose. Wir haben bei der Werkstatt etwas anfertigen lassen, was nach der Umsetzung nicht so unseren Vorstellungen entsprochen hat. Da es kein Aluminium hier gibt, musste die Box aus dünnem Stahl hergestellt werden, aber das war immer noch viel zu schwer für unser Dach du wir haben das Unikum eine Woche später wieder abbauen lassen. Das hätte uns nur behindert. Nunja, haben wir wieder was gelernt. Jetzt haben wir eben gar keine Box mehr auf dem Dach und mal unsere Sachen ordentlich aussortiert, so dass alles im Wagen verstaut werden konnte.

Todos Santos

Der nächste Ort liegt wieder am Pazifik und ist nur ca. 85 km von La Paz entfernt. Hier werden wir nun ganze 3 Wochen verbringen und einen Intensiv Spanischkurs besuchen. Den haben wir auch dringend nötig. Wir haben schon gemerkt, dass die Leute ganz anders reagieren, wenn man wenigstens ein paar Brocken sprechen kann. Das öffnet einem hier wirklich so manche Tür. Wir haben hier auch einen super Platz gefunden, wo wir es die 3 Wochen gut aushalten können. Es ist ein kleines Hostel, wo wir die Emma im Garten parken können. Es gibt gutes Wifi und wir dürfen auch die Küche und alles mitbenutzen. Das Städtchen an sich ist auch ganz hübsch. Es gibt viele Restaurants und ein paar Geschäftchen. Davon das es hier eigentlich immer etwas kühler sein soll als an der Ostseite merken wir noch nichts. Es ist immer noch jeden Tag um die 33°C warm und teilweise nachts bis 24°C und das Mitte Oktober.

Was ich mir hier unbedingt anschauen wollte, ist das Schildkrötenprojekt. Ich habe mich schon vor längerer Zeit mal darüber informiert, dass es in Mexiko viele solche Projekte gibt, um die Meeresschildkröten zu schützen. Da wusste ich noch nicht, dass es sowas auch hier auf der Baja gibt. Und zwar gibt es hier am Strand eine Station, wo man auch Freiwilligenarbeit leisten kann. Diese Leute arbeiten dann von September bis Dezember täglich dort und fahren nachts am Strand entlang und schauen nach den Spuren, wo die Mama Schildkröte ihre Eier im Sand vergaben hat. Um die ungeborenen Schildkröten vor Raubtieren und anderen Einflüssen zu schützen werden die Eier an einem sicheren Ort wieder eingebuddelt und so kann die Schildkröte in Ruhe ausschlüpfen. Wenn das passiert kann jeder, der mag zum Strand kommen, immer kurz vor Sonnenuntergang findet das statt. Man spendet einen Beitrag von umgerechnet 5 Euro pro Person und darf dann seine eigene Schildi in einer Kokosnussschale am Strand frei lassen und beobachten wie sie ins Meer rennt. Für uns ein einmaliges Erlebnis. Man sollte vielleicht beachten, nicht an einem Wochenende hinzugehen, da es dann viele Leute hat. Ich habe mich auch etwas ausführlicher mit den Meeresbewohnern beschäftigt. Hierzu könnt ihr wieder in unserer Rubrik D.U.D.E.N einen Beitrag finden.

Ein weiterer Grund, warum wir noch ein paar Tage in Todos Santos rangehängt haben war, den Dià de Muertos (Tag der Toten) mit zu erleben. Hierzu habe ich auch wieder einen D.U.D.E.N Beitrag verfasst, um mal kurz zu erläutern, was dieser wichtige Feiertag eigentlich bedeutet.

Nun nach gefühlten 7 Wochen (es waren genau 3 Wochen), verlassen wir unser geliebtes Hostel in Todos Santos. Unsere Mission ist erfüllt, wir verstehen jetzt wenigstens ein bisschen Spanisch und können auch ein paar Sätze sagen. Nun geht es für uns wieder nordwärts die Baja California zurück. Wir werden wohl mehr oder weniger durchfahren und dann schauen wir mal wohin uns die Reise als nächstes führt.

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