Ausbau von Emma

So, nun mussten wir irgendwie einen Plan kreieren wie wir mit dem Ausbau beginnen wollen und vor allem was alles nötig ist um einen geeigneten Camper für unsere Bedürfnisse zu erschaffen. Nach gefühlten 1000 YouTube Videos später haben wir alle Pro und Contra`s durchgesprochen und der Theorieausbau stand fest. Also fingen wir mal an den ganzen Bus zu entrümpeln, sprich alle Verkleidungen und vor allem die Bodenplatte zu entfernen. Das machte uns am meisten Angst, da man ja nier weiss was sich darunter noch alles verstecken kann. Aber zu unserem Erstaunen hatten wir mega Glück und unsere EMMA sah darunter wie neu aus! Eine mini Roststelle und das wars!

Nach gründlicher Reinigung (Dampfreiniger kam auch zum Einsatz) haben wir aber trotz des guten Zustandes den gesamten Boden 2-mal mit Hammaritlack gestrichen um Rost vorzubeugen.

Dann haben wir einen Komplettcheck von einem VW Mechaniker durchführen lassen, um wirklich alle Mängel frühzeitig zu erkennen und beheben zu lassen. Dieser ist zum Glück auch sehr sehr positiv ausgefallen und wir müssen nur Kleinigkeiten richten. (Gangschaltung ist etwas schwerfügig, ein Schalter funktioniert nixht richtig)

Als nächstes wollen wir uns um den Boden kümmern. Da haben wir uns entschieden ein paar Leisten quer zu verkleben als Unterkonstruktion für die eigentliche Bodenplatte, da wir auch mit Armaflex den Boden dämmen wollen. Also haben wir Fichte/Kiefer Latten (21mm Höhe-vorher mit Holzlasur bearbeitet) in gewissen Abständen mit Sikaflex 552 und Sikaflex 221i angebracht (hält bombenfest). Danach schön alles mit Armaflex 19mm ausgelegt und über die Leisten das Armaflex 6mm geklebt. Als Bodenplatte haben wir uns für Pappelsperrholzplatten 19mm entschieden. Da es keine 2.90m lange Platte im Baumarkt gibt, mussten wir 2 Stück nehmen und zuschneiden lassen auf unsere Masse.  Als Zuschnittschablone haben wir unsere alte Bodenplatte verwendet. Die Platte noch mit Parkettlack eingepinselt damit wirklich nichts mit dem Holz passieren kann. Das ganze dann mit Schrauben an den Leisten befestigt. Fertig ist der Boden! Darauf haben wir einen PVC Boden mit PVC-Kleber verlegt. Das hat auch wunderbar geklappt und hält bombenfest. Eigentlich wollten wir gerne Parkett verlegt haben, aber uns war jeder Zentimeter in der Höhe wichtig.

Für die Dämmung der Seitenwände haben wir ebenfalls Armaflex 19mm verwendet. Dieses haben wir erst bis zur Mitte der Wände angebracht, da wir vorher noch die Airlineschienen im oberen Bereich am Bus (aussen) anbringen müssen und dafür ein paar Bohrungen notwendig sind.

An den Airlineschienen wollen wir später die Kanisterhalterungen für Benzinkanister anbringen und für Sandbleche bzw. diverse andere nützliche Dinge. Dazu später mehr. Um den Abstand der Schienen im vorraus zu definieren haben wir eine Benzinkanisterhalterung bestellt und genau deren Masse benutzt.

Als nächstes haben wir uns über das bereits eingebaute „moderne Radio mit Kassettendeck“ Gedanken gemacht. Der Klang der Boxen ist auch miserabel. Also muss was neues her. Viel Auswahl hatten wir leider nicht, da wir kein 2 DIN Radio verbauen können (Querstreben im Weg), wir aber ein DAB fähiges Radio mit Bildschirm für die Rückfahrkamera haben wollen. Also blieb nur das Pioneer z7000 DAB übrig. Das hat einen ausfahrbaren Bildschirm und eigentlich auch ganz praktisch in fremden Ländern, dass man diesen dann verstecken kann. Neue Lautsprecherboxen gab es natürlich auch noch. Sonst nützt das neue Radio auch nicht viel. 

Da wir im Moment auch nur sehr leicht getönte Scheiben haben und eigentlich jeder reinschauen kann, wollten wir unsere Scheiben tönen lassen. Wir sind zu mehreren Werkstätten gefahren oder haben uns per Mail Angebote eingeholt. Aber irgendwie waren entweder die Verkäufer so unsymphatisch oder das Angebot zu teuer, sodass wir noch eine Weile brauchen für diesen Schritt. In der Zwischenzeit haben wir uns für Magnetmatten entschieden, die auch den vorderen Teil inklusive Windschutzscheibe abdecken. Da gibt es in Hamburg eine Firma, die speziell nach Kundenauftrag anfertigt (www.project-camper.de). Können wir auch nur empfehlen. Passen super, sehr gute Qualität und sehen schick aus. Etwas später haben wir dann bei mir in der Heimat (Thüringen) die Scheiben tönen lassen und sind damit auch mega zufrieden.

Für die Elektrik haben wir uns von Offgridtec ein Angebot zukommen lassen das massgeschneidert für unsere Bedürfnisse ist. Dazu gehören auch 2x 100 Watt High-End Solarpanele und ein 100 Watt Flexi Solarpanel. Die ganzen Konverter, etc.! Das Angebot haben wir dann von einem Elektriker prüfen lassen und das ok dafür abgeholt. Die passende Zweitbatterie musste dann auch noch her. Da haben wir uns für eine Gelbatterie von Ective 250ah entschieden, da diese sehr langlebig ist und noch andere Vorteile hat.

Wo wir schon bei der Elektronik sind, eine Kühlung für Getränke und Lebensmittel steht ja auch noch auf der Liste. Da gibt es auch mehrere Varianten. Kühlschrank oder Kühlbox. Als sehr effizient und leistungsstark gelten ja die Engel Kühlsysteme oder die von Dometic. Wir haben uns für die Engel Kühlbox entschieden und zwar die MT35. Die scheint uns von der Grösse ausreichend genug zu sein.

Weiterhin haben wir uns Gedanken gemacht wie wir das Thema Kondenswasser und Belüftung angehen. Da haben wir auch einige Varianten besprochen und recherchiert. Ob man lieber ein Dachfenster noch einbaut oder einen Lüfter. Am Ende haben wir nichts von Beiden eingebaut, da es wegen dem Dachträger nicht möglich war. Dafür werden wir Lüftungsgitter für die 2 vorderen Fenster besorgen, das man die Fenster auch offen haben kann ohne das jemand einbrechen könnte. Das gleiche gibt es auch für das Schiebefenster an der Seite. Zwei kleine Ventilatoren werden wir dann zum späteren Zeitpunkt auch noch besorgen, die man einfach mit USB laden kann. Zudem haben wir auch Windabweiser in den Fenstern, um Fahrgeräusche zu verringern und Regen abzuhalten.

Ausserdem haben wir noch ein paar zusätzliche Anschaffungen getätigt wie zum Beispiel ein Tempomat, der wirklich in Ländern wie USA sehr sehr entlastend sein kann. Ein neuer Lichtschalter war auch fällig, eine Kabeldurchführung für das Dach (für die Solarpanel) und eine Drehkonsole für den Beifahrersitz. Da kann wenigstens einer bei schlechtem Wetter bequem im Auto sitzen.

Die Möbel haben wir alle aus Pappelholz selbst gebaut. Wir haben eine kleine Küche, ein Bett mit einer Liegefläche von 1.30m x 1.85m, und einen Kleiderschrank. Es gab für das Bett auch mehrere Varianten, was wir uns im Vorfeld angeschaut haben. Da wir viel Wert auf Stauraum legen, haben wir uns für die festverbaute Variante entschieden und somit keine Sitzfläche mit Tisch oder Ähnlichem. Da wir eh so gut es möglich ist draussen sein wollen und dafür haben wir ja einen Klapptisch und Klappstühle dabei. Das Holz haben wir mit Parkettlack gestrichen, sodass es wasserbeständiger und unempfindlicher gegen Stösse wird. Ein bisschen Farbe sollte auch noch mit ins Spiel kommen, also habe ich ganz einfach blaue Textilfarbe mit viel Wasser angerührt und das Holz mit einem Schwamm damit eingerieben und anschliessend mit dem Parkettlack lackiert.

Die Deckenverkleidung besteht aus Fichte-Kiefer Paneel als Stecksystem. Diese haben wir weiss lackiert um den Raum etwas grösser wirken zu lassen.

Dann kam das Thema Matratze auf. Diese haben wir in einem Stück anfertigen lassen und mit einem robusten Stoff beziehen lassen (www.matratzen-nach-mass.de). Für einen noch angenehmeren Schlafkomfort haben wir das Berger Komfort Schlafsystem (bei amazon bestellt) unter die Matratze eingefügt. Das ist so ein Federstecksystem mit 2 verschiedenen Stärken, das man weiche und etwas stärker unterstützende Zonen hat. Somit ist auch eine gute Belüftung der Matratze gesichert und kann nicht so leicht schimmeln als wenn die Matratze direkt auf einer Holzplatte liegen würde.

Um alles noch etwas wohnlicher zu gestalten und das kalte Metall im Innenraum noch abzudecken haben wir den B4F (Bus for Fun) Carpet Filz (www.bus4fun.de) mit Würth Kraftkleber verwendet. Das ging auch einfacher als wir gedacht haben. Er lässt sich richtig gut verarbeiten und mit dem Kleber ist das eine prima Sache.

Unser Dachhimmel in der Fahrerkabine sah auch nicht mehr so schön aus, also haben wir uns im Stoffladen Kunstleder besorgt und zum ankleben 2 Phasen Kunstharz. Das ging leider erstmal total in die Hose. Das Harz war total schnell fest und das Leder hat nicht so recht kleben wollen und sah auch nicht wirklich toll verarbeitet aus. Also das ganze wieder rückgängig. Ich habe das Leder wieder gut abbekommen und dann nochmals recherchiert. Bei Amazon habe ich dann extra Dachhimmelstoff gefunden und von Würth einen passenden Sprühkleber dazu. Das hat dann auch wunderbar funktioniert und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Als Beleuchtung haben wir 3 LED Scheinwerfer in die Decke eingebaut und für abends ein Stimmungslicht, wo man verschiedene Farbtöne einstellen kann und mit Fernbedienung ist. Das ist für uns vollkommen ausreichend. Zur Not gibt es ja noch Taschenlampen.

Zur Abwehr von Mücken haben wir einfach bei Amazon 2 Fliegengitter bestellt und von Christoph`s Mutti umnähen lassen. Für die Schiebetür haben wir folgendes gemacht. Eine Seite vom Fliegengitter mit Klebeklettband versehen, die andere Seite vom Klettband im Bus angebracht. So kann man es flexibel anheften oder wenn man es nicht braucht einfach weglassen. Mit Magneten kann man es noch besser an den Seiten abdichten. Für die Hecktür haben wir ein Gummiband einnähen lassen, sodass man es ganz simpel um den Dichtungsgummi spannen kann. Das war für uns die kostengünstigste Variante. Für den T4 haben wir auch keine passenden Netze im Internet gefunden.

Jetzt kommen wir zum Aussenbereich.

Als erstes wollten wir einen Dachträger. Da gab es für uns 2 Anbieter, die wir im Auge hatten. Einmal Frontrunner und dann Rhinorack. Beide überzeugen von guter Qualität. Wir haben uns dann für den Dachträger von Rhinorack entschieden, da Frontrunner leider bis zu diesem Zeitpunkt für den T4 keine Möglichkeit hatte es zu verbauen. (Mittlerweile haben wir die Nachricht bekommen, dass es jetzt möglich ist!) Das Ganze haben wir bei der Firma Taubenreuther in Kulmbach montieren lassen zusammen mit der passenden Markise (erweiterbar mit verschiedenen Seitenteilen) von Rhino Rack. So sind wir auch vor Regen und Sonne geschützt. Passend zum Dachträger haben wir noch die Leiter dazu bestellt und eine Halterung für das Reserverad, dass auf den Dachträger verbaut werden soll. Dazu passend haben wir uns noch den Frontrunner Grill geholt, den man platzsparend einfach aufs Reserverad spannen kann.

Was war uns noch wichtig? Wir wollten uns etwas mehr Sicherheit verschaffen, wenn die Straßenverhältnisse mal nicht so perfekt sind und uns der Weg durch unebenes Gelände führt. Also haben wir die Emma etwas höher legen lassen damit wir mehr Bodenfreiheit haben. Das Ganze hat die Firma Seikel (in Freigericht bei Frankfurt am Main) eingebaut, die sind spezialisiert auf solche Offroad Umbauten. Neue Reifen gabs dann gleich auch noch dazu. Wie so viele haben auch wir uns für die BF Goodrich All Terrain entschieden.

Einen neuen Unterbodenschutz haben wir unserer Emma auch noch verpasst, da der Alte seinen Dienst getan hat.

Zum Schutz der Vorder- und Hinter Scheinwerfer haben wir im Internet sogenannte Lampenschutzgitter gefunden. Wenn man ja mal etwas streift zersplittert dann hoffentlich nicht gleich der ganze Scheinwerfer.

Falls wir dann trotz der ganzen Umbauten irgendwo stecken bleiben sollten, haben wir einen Hi Lift Wagenheber mit dazugehörigem Berge-Zubehör dabei. Für sandiges Gelände kommen auch die TRED Sandbleche noch an unsere Emma. Vieles unserer Offroadsachen oder Zubehör könnt ihr im Mehari Onlineshop finden (www.mehari-offroad.de).

Für die Sicherheit gab es noch einen Co2 Gaswarner und den Trigas Warner, der warnt vor Propan, Butan, Narkosegas und Betäubungsgas. Dieser ist zum Beispiel im Fritz Berger Onlineshop erhältlich (www.fritz-berger.de).

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